– JRS Nigeria

Lernen trotz Krieg

Gewalt, Zerstörung, Vertreibung: In der Bürgerkriegsregion von Borno, Nigeria, wissen viele Kinder nicht, was ein Klassen­zimmer ist. Ein Projekt des Jesuiten-Flücht­lings­dienstes (JRS) verhilft jetzt Zehntausenden zu ihrem Recht auf Bildung. Über die Hälfte davon sind Mädchen. Sie leiden besonders unter der Krise.

Der Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias ist seit mehr als einem Jahrzehnt von Gewalt und Unsicherheit geprägt. Angriffe bewaffneter Gruppen, Vertreibung und zerstörte Infrastruktur haben das Leben von Millionen Menschen erschüttert. Der Mangel an Bildungsangeboten droht einer ganzen Generation jede Perspektive zu nehmen.

Der Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) startet nun gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen und Unter­stützung der Europäischen Union ein zweijähriges Projekt, das über 56.000 Kindern den Zugang zu hochwertigem Unterricht ermöglichen soll.

Gerechtig­keit für Mädchen 

Das Programm konzentriert sich auf die besonders schwer zugänglichen Bezirke Dikwa, Monguno und Ngala. Dort leben vor allem Binnenvertriebene und Rückkehrerfamilien. „Viele Kinder hier haben noch nie in einem Klassen­zimmer gesessen. Mädchen und Kinder mit Behinderungen sind besonders gefährdet, vergessen zu werden“, berichtet das JRS-Team vor Ort. 

In einer ersten Projektphase konnten bereits über 27.000 Kinder eingeschult oder beim Lernen unterstützt werden. Über die Hälfte der Schulkinder – 30.000 – werden Mädchen, sein. Sie leiden besonders unter der Krise, sind von Gewalt bedroht, werden früh verheiratet oder vom Schulbesuch ausgeschlossen.  

Ein Projekt mit Zukunft 

Doch es geht nicht nur um Zahlen. „Dank der Unter­stützung unserer Partner können wir nicht nur an frühere Erfolge anknüpfen, sondern Bildung nachhaltig stärken“, sagt P. Temple Anuforo SJ, Landesdirektor des JRS Nigeria.

Ein Schwerpunkt ist die Qualifizierung von Lehrkräften sowie Begleitung von Eltern und Schulen, damit das Lernen auch nach Projektende möglich bleibt. 

Besonders wichtig: Erstmals wird auch Ngala erreicht – ein Bezirk, in dem bisher kaum Hilfsorganisationen tätig sind. „Gerade dort ist die Not am größten“, betont Pater Anuforo. 

JRS Nigeria: Leben verändern

Frauen und Mädchen in Nigeria sind die großen Leidtragenden der Konflikte in ihrem Heimatland. Der Kampf ums Überleben und den Zugang zu grundlegenden Ressourcen bestimmt ihren Alltag. Programme des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) unterstützen sie gezielt und nachhaltig.

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