– JWL Irak
Netzwerke des Friedens
Ihre „Vision einer harmonischeren und gerechteren Gesellschaft“ nimmt Formen an: Mit verschiedenen Initiativen fördern Alumni des Peace-Leader-Studiengangs von Jesuit World Wide Learning (JWL) im Irak eine Kultur der Einheit und Versöhnung.
„Als Friedensstifter habe ich immer an die transformative Kraft sozialen Engagements geglaubt, um das Bewusstsein für Frieden und Toleranz zu verbreiten“, sagt Khalaf, Mitglied des Peace Leader Alumni-Netzwerks von JWL im Irak. Vereint durch den gemeinsamen Wunsch, für den Frieden aktiv zu werden, waren Absolventinnen und Absolventen des Peace Leader-Studiengangs aus dem ganzen Irak erstmals Mitte 2024 im Deir-Maryam-Al-Adhra-Kloster in Sulaymaniyah zusammengekommen. Zwischen den geplanten halbjährlichen Treffen bleiben sie über eine WhatsApp-Gruppe in Kontakt, in der sie Neuigkeiten sowie Ideen und Möglichkeiten zur Friedensarbeit austauschen.
Die Mitglieder des Alumni-Netzwerks begnügen sich nicht mit Worten – sie handeln. Eine Delegation des Zivilen Friedensdienstes der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) nahm am letzten Treffen (im November 2024, erneut im Deir-Maryam-Al-Adhra) teil. Beeindruckt von der Leidenschaft und dem Potenzial der Gruppe, für den Frieden aktiv zu werden, stellten sie anschließend Fördermittel für zwei Initiativen bereit.
Verständnis, Zusammenhalt, Frieden
Khalaf schloss sich mit Sufyan, Ameena und Shaymaa zusammen und gründete die Initiave „Culture and Sport Could Be the Keys to Peacebuilding“ (CSKP) – ein Projekt, das Jugendliche unterschiedlicher Herkunft in Sinjar verbindet. Zu den Aktivitäten gehören u. a. ein Fußballturnier für Frauen, gemischtgeschlechtliche Wissenswettbewerbe und ein Kulturfestival. Ziel ist es, gegenseitiges Verständnis, sozialen Zusammenhalt und Frieden zu fördern.
„Am meisten beeindruckte mich das Gefühl von Gleichheit und Inklusivität, das jede unserer Aktivitäten durchdrang“, erzählt Khalaf. „Jede einzelne Person – unabhängig von Hintergrund, Geschlecht oder sozialer Stellung – hatte die gleiche Möglichkeit, sich einzubringen, mitzuwirken und die Erfahrung zu genießen. Es war eine wunderschöne Manifestation unserer Vision einer harmonischeren und gerechteren Gesellschaft.“
Einen anderen Ansatz zur Friedensarbeit wählten Nashwan, Shaima und Asima. Sie gründeten die Initiative „Sinjar Memory for Peace“, die Geschichten von Überleben, Zusammenleben und Versöhnung aus der Sinjar-Gemeinschaft dokumentiert. Zeugnisse und Bildmaterial werden in Form von Videos und einer Broschüre zusammengetragen und in einer Ausstellung öffentlich gemacht.
„Unsere Motivation ist es, die Erinnerung unserer Gemeinschaft zu bewahren und ihre Geschichten und Erfahrungen festzuhalten, damit zukünftige Generationen daraus lernen können“, sagt Nashwan. „Mit diesem Projekt wollen wir die Werte von Toleranz, Respekt und Einheit fördern und die Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft in Sinjar und Umgebung stärken.“
Unterstützung für Jesuit Worldwide Learning
JWL: Bildung bringt Frieden
Hochwertige Bildung in den Krisengebieten und Flüchtlingslagern der Welt ist seit 15 Jahren das Ziel des weltweiten Netzwerkes „Jesuit Worldwide Learning“: vom Sprachkurs über eine Berufsausbildung bis zum Abschluss an einer renommierten Hochschule. In 32 Ländern, vom Nordirak bis nach Amazonien, geben die Programme Perspektive, Selbstvertrauen und verhindern Fluchtursachen.
