JRS Uganda: Beistehen, begleiten, standfest bleiben!

Nothilfe, medizinische und psychosoziale Angebote, Bildung, Pastoralarbeit: Seit drei Jahrzehnten sind die Teams des Jesuiten-Flücht­lings­dienstes (JRS) im Osten Afrikas an der Seite Geflüchteter und Einheimischer

X31234 Uganda

Ort:
Uganda

Partner:
P. Paul Kalenzi SJ. Landesdirektor Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) Uganda

Zielgruppe:

Immer mehr Menschen aus den Anrainerstaaten fliehen nach Uganda; die Versorgungslage ist angespannt. Der JRS bietet umfassende Unter­stützung für Geflüchtete und Einheimische, von der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten über pychosoziale Begleitung hin zu einem breiten Bildungs- und Ausbildungsangebot.

So hilft Ihre Spende:

  • 2024 hat der JRS an den beiden Standorten Kampala und Adjumani über 23.000 Menschen auf ihrer Flucht begleitet und geholfen, neue Perspektiven zu eröffnen 
  • Kreative und nachhaltige Programme wie das Urban-Farming-Projekt geben eine Antwort auf städtische Nahrungs­mittel­knapp­heit
  • Berufsschulkurse im neuen „Livelihood Center“ in Adjumani werden vielen weiteren Menschen den Sprung in ein selbstständiges Leben ermöglichen und Fami­lien aus der Armut holen.

Krieg und Klimakrise: Der Osten Afrikas kommt nicht zur Ruhe

Kriegerische Auseinandersetzungen, etwa im Sudan und Südsudan, in Äthiopien und der Demokratischen Republik Kongo, führen zu Gewalt, Vertreibung und humanitären Dauerkrisen. Die Volkswirtschaften vieler ostafrikanischer Länder sind geplagt von Korruption, ihre Gesundheits- und Bildungssysteme marode bis nicht vorhanden. Hinzu kommen die Auswirkungen der globalen Klimakrise, die am verheerendsten im Globalen Süden zuschlagen, was im Osten Afrikas sehr deutlich wird.

In Äthiopien und Somalia verursachen immer längere Dürreperioden Nahrungs­mittel­knapp­heit, in Tansania und Kenia gefährdet der steigende Meeresspiegel die Küstenregionen. Der Klima­wandel beeinträchtigt die Land­wirt­schaft, verursacht Epidemien und bedroht die Artenvielfalt. Seine Konsequenzen sind weitere Konflikte, Hunger, wirtschaftlicher Niedergang und Flucht.

Flucht in die Unsicherheit

In Uganda leben knapp zwei Millionen Geflüchtete, die meisten stammen aus dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und Somalia. Über 90 Prozent von ihnen sind in Siedlungen in ländlichen Regionen untergebracht, die zu den ärmsten und unterentwickeltsten des Landes zählen, die anderen in der Hauptstadt Kampala. Mit den Geflüchteten wachsen die wirtschaftlichen, ökologischen und entwicklungspolitischen Herausforderungen.

Kampala zählt zu den am rasantesten wachsenden Metropolen weltweit. Prognosen zu Folge soll die Einwohnerzahl bis 2050 von knapp drei auf 9,4 Millionen anwachsen, die demographischen Herausforderungen sind groß. Viele ländliche Gebiete drohen derweil abgehängt zu werden: Hunger, fehlende Infrastruktur, der Mangel an Krankenhäusern und Schulen sowie Konflikte um Landrechte nehmen immer mehr Kleinbauernfamilien die Perspektiven.

Bildungsoffensive auf dem Land

Die Teams des JRS sind in der Hauptstadt präsent, und in Adjumani, einem Distrikt im Norden Ugandas, nur wenige Kilometer entfernt von der Grenze zum Krisenherd Südsudan. Etwa 240.000 Geflüchtete leben in Adjumani, verteilt auf 19 Siedlungen. Jede Familie erhält hier einen kleinen Flecken Erde, wo sie eine Hütte errichten und ein wenig Gemüse anbauen kann.

Ein großes Problem auf dem Lande ist der Mangel an Bildungsmöglichkeiten: „Vor allem bei den Sekundarschulen klafft eine große Lücke“, berichtet Christina Zetlmeisl, die damalige Landesdirektorin des JRS Uganda. Abhilfe schaffen Stipendien, Lehrerausbildungsprogramme, die Ausgabe von Schulbüchern und anderen Materialien. Ein weiterer Schwerpunkt in Adjumani sind berufliche Bildung, psychosoziale Unter­stützung in Grund- und weiterführenden Schulen mit einem besonderen Fokus auf Mädchen: Die meisten Geflüchteten in Adjumani kommen aus dem Südsudan, wo Mädchen mit 14 Jahren als heiratsfähig gelten. JRS-Einrichtungen geben ihnen eine Lobby und helfen, höhere Bildung anzustreben.

Der Hunger und seine Folgen

Nach 30 Jahren, scheint es, ist die Arbeit des JRS in Uganda wichtiger denn je: Die Zahl derer, die sich aus den Anrainerstaaten nach Uganda retten, wächst von Jahr zu Jahr. Derweil hat das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) die Rationen der ausgegebenen Lebensmittel drastisch reduziert – mit ebenso drastischen Konquenzen.

„Immer mehr Kinder müssen auf den Feldern mitarbeiten“, schildert Christina Zetlmeisl, die Selbstmordrate steigt ebenso wie die Zahl der Diebstähle und Einbrüche. Der Zusammenhang sei zwar „noch nicht statistisch erwiesen, aber es gibt Anzeichen.“ 

Flüchtlingshilfe neu denken

Dass Regierungen ihre Entwicklungshilfebudgets kürzen oder ganz einstellen, hat verheerende Auswirkungen – nicht nur in Uganda. Der Jesuiten-Flücht­lings­dienst muss, wie so viele andere Hilfsorganisationen, umdenken und sich neu ausrichten. Somit erwarten wir auch in Uganda im Jahr 2026 weitere Veränderungen, und Umstrukturierungsmaßnahmen werden folgen.

Dabei stellt sich außerdem die Frage, wie wir mit weniger Geldern weiterhin qualitative Arbeit leisten können, während gleichzeitig die Flüchtlingszahlen und die entsprechenden Bedürfnisse täglich weiter steigen.

In Uganda waren im vergangenen Herbst knapp zwei Millionen Geflüchtete offiziell registriert. Trotz der unerwarteten Herausforderungen waren wir in Uganda in der Lage, viele Menschen sowohl in Kampala als auch – vor allem – in Adjumani im Norden des Landes zu unterstützen.

P. Paul Kalenzi übernimmt die Leitung des JRS in Uganda zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die Zukunft, vor allem in Kampala, ist etwas unsicher; es wird Veränderungen geben müssen. Dennoch bin ich stark davon überzeugt, dass er mit seiner Ausbildung sowie seinen Erfahrungen und Talenten der Richtige an dieser Stelle ist.

Christina Zetlmeisl

JRS 2026: Programme werden Unternehmen

Im aktuellen Umfeld hat der JRS Uganda kaum eine andere Wahl, als Kosten einzusparen und zu versuchen, Einnahmen zu generieren – manchmal auch aus ungewohnten Quellen.

So hat der JRS am 13. Dezember ein Weihnachtskonzert in Kampala veranstaltet, um Flüchtlinge und Überlebende von Menschenhandel zu unterstützen.

Im Anschluss daran haben wir während der Fastenzeit Spendenaktionen durchgeführt, um Flüchtlingen ein Stück Land, Saatgut und landwirtschaftliche Geräte zu beschaffen. Damit können sie ihre eigenen Lebensmittel anbauen, anstatt auf Lebensmittelrationen angewiesen zu sein, die selbst für die am stärksten gefährdeten Kinder sowie schwangere bzw. stillende Frauen gestrichen wurden.

Basierend auf meinem wirtschaftlichen Hintergrund beabsichtige ich, im Jahr 2026 aus den verschiedenen beruflichen Programmen Sozialunternehmen zu gründen: 

Geflüchtete werden in verschiedenen Berufsfeldern ausgebildet und sammeln praktische Erfahrung: im Bereich Kochen und Catering mit dem Ziel, ein Restaurant zu eröffnen; im Friseurhandwerk mit einem eigenen Salon; im Schneiderhandwerk durch den Aufbau einer kleinen Bekleidungsfabrik und eines Modegeschäfts; sowie in der Metallverarbeitung, wobei die hergestellten Produkte anschließend vermarktet werden.

So können die Geflüchteten echte Geschäftserfahrung sammeln, und der JRS generiert eine zusätzliche Ein­kommens­quelle. Es ist ein neues und ehrgeiziges Vorhaben – aber die Zeiten erfordern es.

P. Paul Kalenzi SJ

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