– Jesuit Refugee Service
Sinn als Überlebenskraft: Drei Geschichten von Neubeginn
Viktor Frankl stellte fest, dass selbst im größten Leid ein Lebenssinn gefunden werden kann – und dass gerade dieser Sinn die Kraft zum Weiterleben freisetzt. Frauen und Mädchen, die vor Krieg und Gewalt fliehen, sind weit mehr als bloße Vertriebene oder Geflüchtete: Sie sind eigenständige Persönlichkeiten mit eigener Geschichte, Zukunft und großem Potenzial. Drei von ihnen, die an Projekten des Jesuit Refugee Service (JRS) in verschiedenen Regionen der Welt teilgenommen haben, zeigen eindrucksvoll, wie es ihnen trotz großer Herausforderungen gelungen ist, ihr Leben neu zu gestalten und gleichzeitig ihre Gemeinschaften nachhaltig zu stärken.
Nawal in Kenia
Selbst als junges Mädchen aus dem Sudan geflohen, wuchs sie im Flüchtlingslager Kakuma auf. Um sich herum sah sie, wie andere junge Menschen sich aufgaben, weil sie keine Perspektiven sahen.
Also fing Nawal an, Perspektiven aufzuzeigen: Stipendien, Bewerbungen für weitere Ausbildungen oder Jobs. Was an ihrer eigenen Schule begann, ist heute eine Graswurzelbewegung im Camp. Nawal und ihr Team helfen jungen Menschen als Mentorinnen und Mentoren dabei, sich weiterzuentwickeln, Bewerbungen vorzubereiten und vor allem an sich selbst zu glauben.
Viktoriia in Litauen
Bis zur russischen Totalinvasion in der Ukraine studierte Viktoriia Jus in Kherson. Dann floh sie zunächst nach Polen, später weiter nach Litauen. Ihre eigene Erfahrung auf der Flucht ist heute ihr Antrieb, ihr Jus-Studium für andere einzusetzen: sie hat sich auf internationale Menschenrechte spezialisiert und arbeitet bei einer NGO, die sich für Geflüchtete starkmacht. „Hoffnung ist die Kraft, die meinem eigenen Schmerz einen Sinn abringt und damit anderen hilft", betont sie.
Nora in Syrien
Nora ist Binnenvertriebene in Syrien. In Jaramana bei Damaskus lernte sie den JRS kennen. Wo sie zuerst selbst Hilfe fand, sich dann ehrenamtlich engagierte, hat sie heute eine fixe Anstellung. Das ermöglicht nicht nur, ihre Rechnungen zu begleichen und ihren Kindern eine gute Ausbildung, sondern gibt Nora auch selbst Trost und einen neuen Sinn im Leben.



