– Nothilfe

Libanon am Abgrund: Warum internationale Hilfe jetzt zählt

Fast eine Million Menschen mussten im Libanon innerhalb weniger Tage ihre Häuser verlassen. Fami­lien suchen verzweifelt nach Sicherheit und grundlegender Versorgung, während die Gewalt in mehreren Regionen des Landes weiter eskaliert. Der Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) arbeitet gerade unter großem Druck, um die humanitäre Krise zu bewältigen.

Fast eine Million Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Stark betroffen sind vor allem die südlichen Vororte von Beirut sowie die Bekaa-Ebene. Viele Fami­lien hatten kaum Zeit, persönliche Gegenstände mitzunehmen und flohen nur mit dem Nötigsten. Heute leben sie in überfüllten Notunterkünften, bei Verwandten oder in provisorischen Unterkünften. Die Lebensbedingungen der Vertriebenen sind prekär. Lebensmittel, Trinkwasser und Hygieneartikel sind knapp. Ein Großteil weiß nicht, wie lange er in ihren Notunterkünften bleiben kann. Die ständige Unsicherheit über die Zukunft belastet die Menschen stark.

Migrantinnen und Migranten besonders betroffen

Besonders hart trifft die Krise Migrantinnen und Migranten. Viele Nicht-Libanesinnen und Nicht-Libanesen erhalten keinen Zugang zu den öffentlichen Notunterkünften und sind auf Kirchen und informelle Netzwerke angewiesen, um Schutz und Unter­stützung zu finden. Neben den materiellen Engpässen leiden viele Menschen unter psychischer Belastung. Angstzustände, Schlaflosigkeit und Stress gehören zum Alltag. Kinder sind extrem gefährdet, da der Verlust von Stabilität, Bildung und sozialem Umfeld, sie nachhaltig prägt.  

Schutz in der Jesuitenkirche 

Die Jesuitenkirche St. Joseph sowie die anderen zu den Jesuiten gehörenden Räumlichkeiten sind seit Jahren Zufluchtsorte für Migrantinnen und Migranten. Bereits während des Krieges 2024 brachte eine migrantische Arbeiterin namens Zahraa ihr jüngstes Kind in Sicherheit unter den Dächern der Jesuiten zur Welt. Jetzt, da die Gewalt erneut eskaliert, sucht sie wieder Schutz innerhalb derselben Mauern. Für Zahraa und viele andere Migrantinnen und Migranten, die in der Kirche Unterschlupf gefunden haben, ist dieser Ort weit mehr als nur ein Schlafplatz. Er bietet Sicherheit, Versorgung und einen kurzen Moment der Stabilität inmitten anhaltender Unsicherheit. Den Betroffenen fehlt das familiäre und gemeinschaftliche Unter­stützungssystem, das den meisten Libanesinnen und Libanesen zur Verfügung steht, wodurch der Rückhalt, den die Kirche bietet, umso wichtiger wird.

JRS im Einsatz

Die Jesuiten und der Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) lassen sie nicht im Stich. Neben der Verteilung von Lebensmittelpaketen und anderen lebensnotwendigen Gütern passt der JRS auch die psychosoziale Unter­stützung an, um langfristige Folgen zu verhindern, die durch eine plötzliche Unterbrechung der Dienste entstehen könnten. In den vergangenen Tagen berichten viele der begleiteten Menschen von schlaflosen Nächten und Konzentrationsschwierigkeiten, ein deutliches Zeichen des wachsenden psychischen Drucks durch den Konflikt.

Die Bildungsteams des JRS arbeiten daran, Lernangebote vorübergehend ins Online-Format zu verlagern, um Stabilität zu bewahren und den betreuten Kindern weiterhin Unterricht zu ermöglichen.

Zudem sichert der JRS die medizinische Versorgung in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, mit besonderem Augenmerk auf schwangere Frauen. Um den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen zu gewährleisten, organisiert der JRS Transporte zu medizinischen Einrichtungen und, falls nötig, zu alternativen Unterkünften.

Dringender Bedarf an internationaler Hilfe

Der Libanon befand sich auch zuvor in einer schwierigen Lage. Wirtschaftliche Probleme, politische Instabilität und frühere Fluchtbewegungen hatten das Land stark belastet. Für viele Fami­lien ist dies nicht die erste Vertreibung. Wiederholte Flucht und Unsicherheit verschärfen die Notlage erheblich. Mit der anhaltenden Gewalt wächst der Bedarf an humanitärer Hilfe täglich. Hilfsorganisationen wie der JRS stoßen an ihre Grenzen, während fast eine Million Menschen dringend auf Unter­stützung angewiesen sind. Internationale Hilfe ist entscheidend, um den Betroffenen Sicherheit, Schutz und Perspektiven zu bieten.

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