– Nahost-Krise
Nothilfe für Zehntausende auf der Flucht
Seit Ende Februar 2026 bombardieren israelische und US‑Streitkräfte Ziele im Iran, während Teheran mit Raketen, Drohnen und Angriffen auf Militärbasen in mehreren Ländern reagiert. Der Krieg zwischen Israel und den Vereinigten Staaten gegen den Iran hat sich mittlerweile zu einer umfassenden regionalen Eskalation ausgeweitet. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) unterstützt die leidende Zivilbevölkerung mit Schutzräumen, Nahrungsmitteln und psychosozialen Hilfsangeboten.
Die militärischen Auseinandersetzungen haben bereits zahlreiche zivile Opfer gefordert und Wohngebiete in Trümmer gelegt. Besonders stark betroffen ist der Libanon. Nach Angriffen Israels auf die vom Iran unterstützte libanesische Hisbollah sind zehntausende Menschen aus ihren Häusern geflohen.
Die Lage verschärft sich dabei in Regionen, in denen bereits viele Geflüchtete leben besonders, da die humanitären Strukturen dort seit Jahren stark belastet sind. Zwar wurden staatliche Sammelunterkünfte eingerichtet, um Bedürftige aufzunehmen, doch viele davon sind sind jetzt schon überfüllt.
Zahlreiche Menschen sind zudem nicht in den offiziellen Registern erfasst. Dadurch wird ihnen der Zugang zu Schutz und Nothilfe verwehrt. „Es entspricht zwar nicht der offiziellen Politik, dass Nicht-Libanesinnen und Nicht-Libanesen von den staatlichen Unterkünften ausgeschlossen werden, in der Praxis sieht es jedoch anders aus“, räumt P. Daniel Corrou SJ, Regionaldirektor des JRS für den Nahen Osten und Nordafrika, ein.
„Menschen schlafen auf Parkplätzen“
Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) ist in mehreren Ländern des Nahen Ostens aktiv. Mit einem Nothilfeprogramm unterstützt die Organisation Geflüchtete, darunter zahlreiche Binnenvertriebene und vor allem nicht-registrierte Personen, die besonders bedroht sind. So hat der JRS die Türen der Jesuitenkirche St. Joseph in Beirut geöffnet, um Personen aufzunehmen, die einen Ort zum Übernachten suchen. Matratzen liegen dicht an dicht auf dem Boden und Büros wurden in Schlafzimmer umgewandelt, um den Bedürftigen vorübergehend Schutz zu bieten.
„140 Menschen haben sich für die JRS-Schutzräume angemeldet. Unsere Kapazität liegt derzeit aber leider bei 80. Alles ist so überfüllt, dass Menschen auf Parkplätzen schlafen“, berichtet ein JRS-Mitarbeiter. „Unsere wichtigste Aufgabe ist es derzeit, allen Menschen auf der Flucht einen sicheren Ort zu bieten.“
Ohne externe Hilfe wird es für Hilfsorganisationen jedoch zunehmend schwierig, die grundlegenden Bedürfnisse zu decken.
Internationale Solidarität ist gefragt
Bildungs- und Berufsprogramme mussten aus Sicherheitsgründen vorübergehend ausgesetzt werden. Gleichzeitig hält der JRS die psychosoziale Unterstützung aufrecht. „Die Auswirkungen des anhaltenden Konflikts auf die psychische Gesundheit sind erheblich und werden langfristige Folgen haben“, heißt es aus Beirut.
jesuitenweltweit ist Teil des internationalen Netzwerks der Jesuitenmissionen, des Xavier Networks (XN). Gemeinsam unterstützen wir den JRS vor Ort, dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich aktuell Tag und Nacht um Menschen kümmern, die durch die Eskalation wieder einmal aus ihrem Alltag gerissen wurden und auf Hilfe angewiesen sind.


