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– Nothilfe
Schwere Erdbeben erschüttern Venezuela
Venezuela wurde von zwei schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttert. Die Beben zählen zu den stärksten, die das Land seit mehr als einem Jahrhundert erlebt hat. Die Jesuiten in Venezuela koordinieren gemeinsam mit der Ortskirche, der Ordenskonferenz und internationalen Partnern Nothilfemaßnahmen, um den betroffenen Familien und Gemeinden so schnell wie möglich in dieser schweren Stunde Halt, Hoffnung und neue Kraft zu geben
Das erste Erdbeben ereignete sich am Mittwoch um 18:04 Uhr Ortszeit rund 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten Venezuelas in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Wenige Sekunden später folgte ein zweites, noch stärkeres Beben einige Kilometer weiter nördlich in lediglich etwa zehn Kilometern Tiefe.
Besonders betroffen sind nach ersten Einschätzungen die dicht besiedelten Regionen im Zentrum und Norden des Landes, darunter Caracas, La Guaira, Miranda, Carabobo und Aragua. In den nahegelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben laut Angaben der US-Geologiebehörde USGS zusammen mehr als 400.000 Menschen. Das Erdbeben ereignete sich zudem an einem gesetzlichen Feiertag zur Unabhängigkeit des Landes. Daher hielten sich viele Venezolanerinnen und Venezolaner zum Zeitpunkt der Erschütterungen in ihren Häusern auf.
Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt oder völlig zerstört.Tausende Familien haben ihr Zuhause und somit auch ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Straßen wurden in Mitleidenschaft gezogen, der internationale Flughafen geschlossen und der Betrieb der U-Bahn eingestellt. Rettungskräfte suchen weiterhin nach Überlebenden unter den Trümmern, während anhaltende Nachbeben die Situation zusätzlich erschweren. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. USGS schätzt die mögliche Zahl der Todesopfer auf 10.000 bis 100.000 Menschen.
Die ersten Bilder und Berichte nach den Beben kamen aus der Millionenmetropole Caracas. Die Hauptstadt liegt allerdings mehr als 150 Kilometer östlich des Epizentrums und war somit nicht unmittelbar vom Zentrum der Erschütterungen betroffen. In Caracas, das zuletzt 1967 von einem schweren Erdbeben getroffen worden war, gerieten zahlreiche Menschen in Panik und flüchteten auf die Straßen.
Schulen der Jesuiten in Caracas betroffen
„Mit P. Alfredo Infante SJ, dem Provinzial der Jesuiten in Venezuela, bin ich seit heute Früh in ständigem Kontakt. Die Jesuiten sind derzeit dabei, die Lage zu evaluieren und zu prüfen, wie konkret geholfen werden kann. Die Schulen der Jesuiten sind betroffen. Darunter auch die Schule Jesús Obrero in einem Armenviertel von Caracas, neben der ich selbst einige Jahre gelebt und in der Jugendarbeit mitgewirkt habe, wurde beschädigt“, sagt Mag. Katrin Morales, Geschäftsführerin von jesuitenweltweit Österreich am Tag nach der Naturkatastrophe.
Jesuiten leisten Nothilfe
P. Infante befand sich während der beiden Erdbeben in Puerto Ayacucho im Rahmen eines apostolischen Besuchs zum Amazonas-Projekt der Kirche und der Gesellschaft Jesu. Sogar dort war das Beben zu spüren, nach bisherigen Informationen jedoch ohne größere Folgen. Aus der venezolanischen Provinz der Jesuiten gibt es zunächst die Nachricht, dass alle Jesuiten wohlauf sind.
Noch am Tag nach den Beben hat P. Infante eine Online-Krisensitzung mit Verantwortlichen der Provinz, Leitungen jesuitischer Werke, Oberen und Mitgliedern der Kommission für Unterscheidung und Planung einberufen. Ziel ist es, erste Schadensmeldungen zusammenzuführen, eine gemeinsame Antwort zu entwickeln und eine Lagezentrale für die weitere Koordination einzurichten. Zugleich sucht die Provinz den Schulterschluss mit der venezolanischen Ordenskonferenz CONVER, der Ortskirche und internationalen Partnern. Auch das Xavier Network, das internationale Netzwerk jesuitischer Hilfswerke, zu dem jesuitenweltweit auch dazu gehört, wird die Maßnahmen unterstützen.
Schutzräume werden jetzt überlebenswichtig
Schon vor dem Erdbeben lebten viele Familien in Venezuela am Rand ihrer Kräfte. Armut, unsichere Versorgung, steigende Preise, Strom- und Wasserausfälle sowie fehlender Zugang zu Gesundheitsversorgung prägten vielerorts den Alltag. In Stadtteilen wie La Vega oder Catuche schaffen die Jesuiten, Fe y Alegría und ihre Partner seit Jahren Orte, an denen Menschen Hilfe, Bildung, Begleitung und Gemeinschaft finden.
Diese Schutzräume werden nun noch wichtiger. Kinder und Jugendliche, alte Menschen, kranke Personen und Familien ohne stabiles Einkommen sind besonders gefährdet. Viele haben nicht nur Angehörige, Freunde oder ihr Zuhause verloren, sondern auch Sicherheit, Orientierung und Hoffnung. Neben Nothilfe braucht es deshalb psychosoziale Begleitung.
Jetzt zählt jede Hilfe
Die Hilfe der Jesuiten wird sich zunächst auf die dringendsten Bedürfnisse konzentrieren. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie:
• Vorübergehende Unterkünfte für Familien, die alles verloren haben.
• Trinkwasser und lebensnotwendige Hilfsgüter.
• Betreuung und Schutz für besonders gefährdete Menschen.
• Psychologische Unterstützung für Menschen, die die Auswirkungen des Erdbebens erlebt haben.
Jeder Beitrag macht einen Unterschied. Danke für Ihre Solidarität mit den Menschen in Venezuela.

