(c) Juan Guinand
– Nothilfe
Jesuitische Netzwerke koordinieren Erdbebenhilfe in Venezuela
Während die Zahl der Todesopfer und Vermissten weiter steigt, läuft die humanitäre Hilfe in Venezuela auf Hochtouren. Jesuitische Netzwerke bündeln ihre Kräfte, um die Menschen in den besonders schwer betroffenen Regionen schnell und gezielt zu unterstützen.
Mehrere Tage nach den schweren Erdbeben in Venezuela wächst das Ausmaß der Katastrophe weiter. Nach aktuellen Angaben kamen inzwischen mehr als 1.900 Menschen ums Leben, über 10.000 wurden verletzt. Einsatzkräfte setzen die Such- und Rettungsarbeiten unter schwierigsten Bedingungen fort. Nach Schätzungen gelten derzeit noch rund 50.000 Menschen als vermisst. Zahlreiche Familien haben zudem ihr Zuhause verloren.
Besonders schwer betroffen ist der Küstenstaat La Guaira, wo ganze Straßenzüge zerstört und zahlreiche Gebäude schwer beschädigt wurden. Auch zehn Einrichtungen der Jesuiten sind von den Folgen des Erdbebens betroffen: Mehrere Kirchen weisen strukturelle Schäden auf, ebenso verschiedene Schulen des Bildungsnetzwerks Fe y Alegría sowie weitere jesuitische Bildungseinrichtungen in der Hauptstadt Caracas.
Jesuitische Netzwerke koordinieren die Hilfe
Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für die humanitäre Hilfe auf Hochtouren. Am Wochenende nach den beiden Erdbeben fanden erste Krisensitzungen mit Vertreterinnen und Vertretern der venezolanischen Jesuitenprovinz, des Jesuit Refugee Service (JRS) und von Fe y Alegría statt. Ziel war es, die Hilfsmaßnahmen der verschiedenen Werke eng aufeinander abzustimmen und vorhandene Ressourcen bestmöglich einzusetzen.
Der venezolanische Provinzial der Jesuiten, P. Alfredo Infante SJ, ruft die Menschen angesichts der Katastrophe zu Solidarität und Hoffnung auf: „Die Wunden unseres Volkes sind auch unsere Wunden, denn in ihnen erkennen wir das leidende Antlitz Christi. […] Gerade jetzt gewinnt unser gemeinsamer Auftrag neue Bedeutung: In allem lieben und dienen.“
Eine zentrale Rolle spielt dabei Fe y Alegría, das allein im besonders betroffenen Bundesstaat La Guaira 39 Schulen mit rund 21.000 Schülerinnen und Schülern sowie etwa 3.000 Lehr- und Mitarbeitenden betreibt. Durch dieses dichte Netzwerk können Bedarfe schnell erhoben und Hilfsgüter unmittelbar in die betroffenen Gemeinden gebracht werden.
Auch der Jesuit Refugee Service (JRS) bringt seine langjährige Erfahrung in der humanitären Nothilfe ein. Das Länderbüro in Caracas arbeitet eng mit den Teams in Táchira und Zulia sowie mit den internationalen JRS-Büros zusammen. Weitere Mitarbeitende aus der Region stehen bereit, um die Hilfsmaßnahmen bei Bedarf personell zu verstärken.
Dringender Bedarf vor Ort
Der Bedarf vor Ort ist weiterhin enorm. Besonders dringend benötigt werden derzeit Trinkwasser, Babynahrung und haltbare Lebensmittel. Ebenso fehlen Hygieneartikel wie Seife, Windeln und Desinfektionsmittel. Für die Bergungsarbeiten werden Schaufeln, Spaten, Hämmer und Bohrgeräte benötigt, um Verschüttete unter den Trümmern erreichen zu können. Darüber hinaus werden Powerbanks, Schlafsäcke, aufblasbare Matratzen, Thermodecken und wetterfeste Kleidung gebraucht, um Menschen zu versorgen, die ihre Häuser verlassen mussten.
So hilft jesuitenweltweit Österreich
Als Mitglied des Xavier Network, dem internationalen Zusammenschluss der Jesuitenhilfswerke in Europa, Australien und Nordamerika, unterstützt jesuitenweltweit Österreich alle Hilfsmaßnahmen der lokalen Partner Fe y Alegría Venezuela und Jesuit Refugee Service (JRS) Venezuela. Sie leisten vor Ort Nothilfe in Form von Notunterkünften, Hilfsgütern des täglichen Bedarfs, Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Menschen sowie psychosozialer Unterstützung für Betroffene und ihre Familien.
Dank der bereits eingegangenen Spenden konnten bereits erste Hilfsmaßnahmen vorbereitet werden. Gemeinsam mit den lokalen Partnerorganisationen sorgt jesuitenweltweit Österreich dafür, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird – für Menschen, die innerhalb weniger Sekunden ihr Zuhause, ihre Existenzgrundlage oder Angehörige verloren haben.
Der Generalobere der Jesuiten, P. Arturo Sosa SJ, dankt für die weltweite Solidarität: „Innerhalb und außerhalb Venezuelas tragen so viele Menschen, Gemeinschaften und Gruppen unser Leid in ihren Gebeten mit und suchen Wege, uns durch ihre Solidarität zu helfen. Wir brauchen diese Unterstützung und sind zutiefst dankbar für jede Hilfe – ob groß oder klein -, die uns aus aller Welt erreicht.“
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