– Jesuit Worldwide Learning
Mit Wissen und Mut in die Zukunft
Umwelt schützen, Wissen teilen, Frauen stärken: Monica aus Guyana will etwas bewegen. Die junge Frau aus dem indigenen Volk der Macushi hat bei Jesuit Worldwide Learning (JWL) nachhaltige Entwicklung studiert. Heute setzt sie sich für ihre Gemeinschaft und Betroffene häuslicher Gewalt ein.
Rund zehn Prozent der Bevölkerung Guyanas gehören indigenen Völkern an. Viele leben im dünn besiedelten Hinterland, fernab der politischen und wirtschaftlichen Zentren an der Atlantikküste. Zwar sind ihre Rechte auf Land und Selbstverwaltung gesetzlich anerkannt, doch der Abbau von Gold und anderen Rohstoffen führt immer wieder zu Konflikten. Die indigenen Gemeinschaften kämpfen darum, über die Nutzung ihrer angestammten Gebiete selbst entscheiden zu können.
Wo Bildung keine Selbstverständlichkeit ist
Auch der Zugang zu Bildung ist ungleich verteilt. Wer nach der Schule studieren möchte, muss oft weite Wege und hohe Kosten auf sich nehmen. Viele Hochschulangebote konzentrieren sich auf die Küstenregion.
Monica lebt in St. Ignatius in der Rupununi-Region im Süden Guyanas, nahe der Grenze zu Brasilien. Sie gehört dem Volk der Macushi an und ist stolz auf ihre Herkunft. In ihrem Heimatdorf beschäftigt sie vor allem die Frage, wie die Menschen mit ihrer Umwelt umgehen. „Überall wird Müll weggeworfen“, erzählt sie. „Viele wissen nicht, wie wir unsere Ackerflächen schützen können oder was sie selbst für die Umwelt tun können.“
Monica wollte daran etwas ändern. „Ich habe schon immer gerne Neues gelernt“, sagt sie, „besonders darüber, wie wir unsere Umwelt schützen können.“
Lernen, um Wissen weiterzugeben
Sie entschied sich für ein Bachelorstudium in Sustainable Development, nachhaltiger Entwicklung, bei Jesuit Worldwide Learning. Das internationale Bildungsnetzwerk der Jesuiten ermöglicht Menschen auch in abgelegenen und benachteiligten Regionen den Zugang zu Hochschulbildung. Seit 2020 ist JWL in Guyana tätig, unter anderem in St. Ignatius. Das Studienmodell verbindet an allen Standorten weltweit digitale Kurse mit gemeinschaftlichem Lernen und Betreuung vor Ort.
Für Monica war entscheidend, dass sie nicht nur für sich selbst lernen wollte. „Ich wollte diese Themen besser verstehen, damit ich etwas dagegen tun kann“, erzählt sie. Ihr Ziel war von Anfang an konkret: „Ich wollte Bauern, Schülerinnen und anderen Menschen in meiner Gemeinde etwas beibringen.“
Das Studium hat ihr dafür das nötige Rüstzeug gegeben. „Ich habe Wissen und Selbstvertrauen gewonnen. Jetzt kann ich das, was ich weiß, mit anderen teilen.“
Auch über die Folgen des Klimawandels kann sie heute fundierter sprechen, sagt Monica. Sie möchte andere ermutigen, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und selbst aktiv zu werden. „Ich konnte mein Studium abschließen und kann meiner Gemeinschaft jetzt etwas zurückgeben.“
Für die Umwelt. Und füreinander.
Monicas Engagement geht über den Umweltschutz hinaus. Sie arbeitet beim guyanischen Ministerium für soziale Dienste und soziale Sicherheit. „Ich helfe und unterstütze Betroffene häuslicher Gewalt“, beschreibt sie ihre Arbeit.
55 Prozent der Frauen in Guyana sind von Gewalt in Partnerschaften betroffen. In abgelegenen Regionen können große Entfernungen und begrenzte Hilfsangebote den Zugang zu Unterstützung zusätzlich erschweren.
Monicas beruflicher Einsatz fügt sich in das Verständnis einer allumfassenden Nachhaltigkeit ein. Dabei geht es nicht nur um Landwirtschaft und Klimawandel, sondern auch darüber, Verantwortung füreinander zu übernehmen. „Für mich bedeutet nachhaltige Entwicklung, bessere Entscheidungen zu treffen, nichts zu verschwenden und einander zu helfen, wann immer man kann.“
Bildung ist für Monica eine Möglichkeit, selbst Verantwortung zu übernehmen und anderen neue Perspektiven zu eröffnen. Gerade junge Menschen möchte sie deshalb ermutigen: „Warte nicht damit, etwas zu verändern. Auch die kleinen Dinge zählen. Wenn du die Chance hast zu studieren, dann nutze sie. Das kann dein Leben wirklich verändern.“
10 Jahre Jesuit Worldwide Learning: Jubiläum in Nürnberg
Seit zehn Jahren eröffnet Jesuit Worldwide Learning (JWL) Menschen in benachteiligten Regionen Zugang zu hochwertiger Bildung. Wir feiern das Bildungsnetzwerk der Jesuiten am 25. November 2026 mit einem Themenabend im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg.
Im Mittelpunkt stehen Bildung, nachhaltige Entwicklung und globale Gesundheit. JWL-Gründer P. Peter Balleis SJ und P. Evaristus Ekwueme SJ, akademischer JWL-Direktor für Afrika sowie Michael Kuhnert und Carina Dinkel vom Institut medmissio, sprechen darüber, wie Bildung Menschen und Gemeinschaften stärken kann, und stellen das geplante Bildungsprogramm Public and Community Health vor. Für die musikalische Begleitung sorgen Prof. Lilo Kraus und Harfenstudierende der Hochschule für Musik Nürnberg.
- Mittwoch, 25. November 2026, 19 Uhr
- Caritas-Pirckheimer-Haus, Königstraße 64, Nürnberg
- Eintritt frei, Spenden willkommen.
Ihre Unterstützung für JWL
JWL: Gesundheit beginnt mit Wissen
Hochwertige Bildung in den Krisengebieten und Flüchtlingslagern der Welt ist seit 10 Jahren das Ziel des weltweiten Netzwerkes „Jesuit Worldwide Learning“: von einer Berufsausbildung bis zum Abschluss an einer renommierten Hochschule. Mit einem neuen Programm bringen JWL und medmissio Gesundheitswissen dorthin, wo medizinische Hilfe fehlt.




