– JRS West Africa
Mehr Würde, mehr Chancen: Bildung für Mädchen in Nigeria
Im krisengeplagten Bundesstaat Borno setzt sich der Jesuit Refugee Service (JRS) für die Rechte von Mädchen ein. Geschlechtergerechte Infrastruktur, Hygiene-Kits und sichere Lernräumen schaffen die Grundlage dafür, dass sie trotz Konflikten zur Schule gehen können.
Für Mädchen im Bundesstaat Borno im Nordosten von Nigeria ist Bildung nicht selbstverständlich. Die Region leidet seit Jahren unter Gewalt, Vertreibung und Unsicherheit. Viele Familien sind auf der Flucht, insbesondere leiden Frauen und Mädchen.
Lernen in der Krise
Ein Arbeitsschwerpunkt des Jesuit Refugee Service (JRS) Nigeria ist daher, Mädchen einen sicheren Zugang zu Bildungsangeboten zu ermöglichen – auch und gerade unter schwierigsten Umständen.
In konfliktbetroffenen Regionen wie Dikwa und Monguno schafft der JRS gezielt Räume, in denen Mädchen lernen, wachsen und ihre Zukunft selbst gestalten können.
Toiletten, die Schulbesuch ermöglichen
Ein zentraler Schritt: die Errichtung geschlechtergetrennter Sanitäranlagen an Schulen. In sechs Schulen wurden neun neue Toilettenblöcke für Mädchen und Jungen gebaut. Für Mädchen sind sichere und saubere Toiletten nicht nur eine Frage der Hygiene – sie bedeuten Privatsphäre, Würde und einen Schutzraum.
Ohne solche Einrichtungen bleiben viele Mädchen während ihrer Periode dem Unterricht fern oder brechen die Schule ganz ab. Die neuen Toiletten tragen dazu bei, diese Barrieren abzubauen.
Gleichzeitig wurden sieben Vorschulräume eingerichtet sowie 15 Klassenzimmer renoviert, sodass auch die Jüngsten in einer sicheren und kindgerechten Umgebung lernen können.
Aufklärung und Hygiene
Im Mai führte der JRS Nigeria in acht Schulen Aufklärungseinheiten durch und verteilte Hygiene-Kits an Schülerinnen. Diese enthalten Binden, Seifen, Körperpflegeprodukte und weitere Hygieneartikel – mit dem Ziel, Mädchen zu ermutigen, offen über Menstruation zu sprechen, Vorurteile abzubauen und Schulbesuche auch während der Periode zu ermöglichen.
Die Sensibilisierung stärkt das Selbstvertrauen der Mädchen und macht deutlich: Ihre Gesundheit, Würde und Bildung stehen im Mittelpunkt. Auch Lehrkräfte und Eltern wurden in die Aktionen einbezogen, um ein unterstützendes Umfeld zu schaffen.
Räume zum Lernen und Wachsen
Darüber hinaus stattete der JRS Nigeria acht Schulen mit Lehrmaterialien und Möbeln aus: Schulbänken, Tischen, Tafeln, Heften, visuelle Lernhilfen und Büchern. Dabei wurde auf die besonderen Bedürfnisse von Mädchen geachtet – etwa durch gendergerechte Bildmaterialien oder separate Rückzugsorte.
Diese Maßnahmen sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern ein Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit fördern. Bildung wird so zum Ort des Vertrauens, der Begegnung – und zur Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.
Mädchen stärken heißt Gesellschaft stärken
Mit jeder Schülerin, die zur Schule geht, verändert sich ein ganzes Umfeld. Der JRS Nigeria setzt auf nachhaltige Bildung als Schlüssel zur Entwicklung – nicht nur für Einzelne, sondern für ganze Gemeinschaften.
Denn wenn Mädchen lernen, profitieren Familien, Dörfer und zukünftige Generationen.
JRS Nigeria: Leben verändern
Frauen und Mädchen in Nigeria sind die großen Leidtragenden der Konflikte in ihrem Heimatland. Der Kampf ums Überleben und den Zugang zu grundlegenden Ressourcen bestimmt ihren Alltag. Programme des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) unterstützen sie gezielt und nachhaltig.


