– Myanmar

Eine neue Armut

Wohl aufgrund des immer stärkeren internationalen Drucks hat das Militärregime in Myanmar die Freilassung von landesweit mehr als 5600 Gefangenen angeordnet, die nach Protesten gegen den Februar-Putsch inhaftiert worden waren. Derweil aber kollabiert die Wirtschaft, in Teilen des Landes droht eine Hungersnot. Zivilgesellschaftliche Einrichtungen wie die Community Colleges der Jesuiten brauchen unsere Unterstützung.

Fast zehn Monate nach dem Militärputsch vom 1. Februar nehmen Armut und Ernährungsunsicherheit in Teilen Myanmars rapide zu, vor allem in den Regionen der Trockenzone und im Irrawaddy-Delta, dem landwirtschaftlichen Kernland. In beiden Gebieten zusammen lebt etwa ein Drittel der Bevölkerung.

Landwirtschaft in der Krise

Der Staatsstreich hat das Leben im ganzen Land durcheinandergebracht, die zahlreichen Konflikte verschärft, die Wirtschaft ist im freien Fall. Die Asiatische Entwicklungsbank prognostiziert, dass das BIP Myanmars in diesem Jahr um 18,4 Prozent schrumpfen wird. Die Landeswährung hat im September 60 Prozent ihres Wertes verloren, was die Preise für Lebensmittel und Treibstoff in die Höhe treibt. Der wirtschaftliche Zu­sammen­bruch verschlimmert die Ernährungsunsicherheit im ganzen Land. Eine neue Armut macht sich breit. Nach Angaben des in Washington ansässigen International Food Policy Research Institute (IFPRI) stieg der Prozentsatz der Haushalte im Delta, die als „extrem arm“ gelten, von 18 Prozent im vergangenen Jahr auf 30 Prozent im Juli. Viele Landwirte müssen sich aufgrund steigender Preise für Betriebsmittel und sinkender Preise für die Ernten verschulden.

Pandemie und Bürgerkrieg

In einigen Landesregionen kommt es weiterhin regelmäßig zu Zusammenstößen zwischen dem Militär und lokalen Widerstandskräften, die sich mit bewaffneten ethnischen Gruppen zusammengetan haben, die seit Jahrzehnten um Autonomie kämpfen. Bombenanschläge und Attentate in größeren Städten werden immer häufiger. COVID-19 verschlimmert die allgemeine Lage zusätzlich: Das Virus breitet sich weiter aus. Die medizinische Versorgung ist seit dem Staatsstreich stark eingeschränkt; nur etwa 15 Prozent der Bevölkerung sind geimpft.

Community Colleges: Bildung und Perspektiven

Nur wenige Monate vor dem Militärputsch vom Februar ist Myanmar ins Zentrum unserer Arbeit gerückt. Mit den Community Colleges unterstützen wir seit 2020 in Yangon und anderen Städten des südostasiatischen Vielvölkerstaats ein Bildungsprojekt der Jesuiten, das Jugendlichen benachteiligter Ethnien Halt und Perspektiven gibt. Viele von ihnen gehören ethnischen Minderheiten an und sind stark benachteiligt. Nach dem Putsch ist die Unterstützung für die Community Colleges wichtiger ist denn je. 42 Euro kostet es, einem Jugendlichen für einen Monat die Ausbildung in einer der Einrichtungen zu ermöglichen.

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