– Uganda

Der Gemüsegärtner von Kampala

Ein Medizinstudent wird Unternehmer: Mit Unter­stützung des JRS Uganda pflanzt David, ein Geflüchteter aus Ruanda, Gemüse und Obst in der Großstadt und leistet einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen Hunger und Armut. Davids Credo: „Gemeinschaftsgärten können Lösungen für globale Herausforderungen sein.“

Inmitten des geschäftigen Treibens im Gemeindezentrum des Jesuiten-Flücht­lings­dienstes (JRS) in Kampala kümmert sich David Munezero mit seinem Team um den Gemeinschaftsgarten. Die Beete mit ihren vielen Obst- und Gemüsesorten, Kräutern und Gewürzen sind eine von Hunderten Erfolgsgeschichten des Lebensunterhaltsprogramms des JRS Uganda. Dieses Programm ist eine wichtige Stütze für Geflüchtete, die versuchen, sich in Uganda eine Existenz aufzubauen.

Bislang haben über 800 Menschen profitiert. Das Lebensunterhaltsprogramm umfasst verschiedene berufliche Ausbildungsmodule von Mode und Design, Catering, Friseurhandwerk über Computerschulungen hin zu Mechanik, Elektronik und Mauerhandwerk. Der JRS unterstützt die Teilnehmenden des Programms beim Finden von Praktika und Jobs, vergibt Unternehmenszuschüsse und berät in betriebswirtschaftlichen Fragen.

Medizinstudent wird Unternehmer

David war 2019 vor gewaltsamen Konflikten in einem Heimatland Ruanda geflohen und beantragte Asyl in Uganda. In Ruanda hatte David eine zahnmedizinische Fakultät besucht und wollte Arzt werden. Doch mit seiner Flucht verlor er auch seinen Studienplatz. Nach seiner Ankunft in Kampala unterstützte ihn das Team des JRS, eine Wohnung zu finden, seine grundlegenden Bedürfnisse zu decken – und darin, den Weg zur Selbstständigkeit zu beschreiten.

Schon bevor er am Programm von JRS Kampala teilnahm, hatte sich David Vorwissen in Gartenbau und Imkerei angeeignet und entwickelte einen Plan: „Ich habe einen großen Traum, Gemüseanbau und Bienenzucht zu kombinieren, um die Armut zu bekämpfen.“ Seine Vision spiegelt den ganzheitlichen Ansatz des JRS Uganda, Geflüchteten mit unmittelbarer Hilfe nachhaltige Perspektiven zu schaffen. Denn individuelle unternehmerische Aktivitäten können die Widerstandsfähigkeit und das Wohlergehen der gesamten Gemeinschaft stärken.

So nahm Davids Vision gleich hinter dem Büro des JRS Kampala Gestalt an, wo er mit einem Zuschuss von 320 US-Dollar im Juli 2022 einen Garten anlegte. Bald begann er, Teile der Ernte auf dem Markt zu verkaufen.

Davids Transformation geht über den Erfolg seines grünen Start-Ups hinaus: Mittlerweile hat er geheiratet und eine Familie gegründet. Was David auf dem JRS-Gelände geschaffen hat, hat sich herumgesprochen: Die Leitung einer Grundschule und vier Einzelpersonen sind an ihn herangetreten, um weitere städtische Farmen einzurichten. „Gemeinschaftsgärten können Lösungen für globale Herausforderungen wie Lebensmittelunsicherheit, Abfallbewirtschaftung und Armutsbekämpfung sein“, ist er überzeugt.

JRS Uganda: Beistehen, begleiten, standfest bleiben!

Nothilfe, medizinische und psychosoziale Angebote, Bildung, Pastoralarbeit: Seit drei Jahrzehnten sind die Teams des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) im Osten Afrikas an der Seite Geflüchteter und Einheimischer

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