Syrien: Da sein, trotz alledem

Die Folgen des Kriegs in Syrien sind allgegenwärtig: Zerstörte Häuser, fehlende medizinische Versorgung, explodierende Preise und soziale Spannungen prägen das Leben. Millionen stehen täglich vor unmöglichen Entscheidungen: Essen oder Medikamente? Schule oder Arbeit? Bleiben oder gehen? Die Jesuiten und die Teams des Jesuiten-Flücht­lings­dienstes (JRS) bleiben präsent, begleiten Menschen in besonders betroffenen Vierteln von Aleppo, Homs und Damaskus – mit medizinischer Hilfe, psychosozialer Begleitung, Bildung und sicheren Orten für Kinder und Fami­lien.

Projekt X31261 Syrien

Ort:
Damaskus, Aleppo, Homs

Partner:
P. Vincent de Beaucoudrey SJ, JRS-Landesdirektor Syrien

Zielgruppe:

In Syrien hilft der Jesuit Refugee Service an drei Standorten Binnenvertriebenen, Geflüchteten und besonders vulnerablen Fami­lien mit Nothilfe, Bildungsangeboten und psychosozialer Betreuung; die Jesuiten unterstützen vor Ort Gemeinden, Jugendliche und junge Erwachsene durch Seelsorge, Bildung, Freizeitangebote, spirituelle Begleitung, Dialog- und Friedensarbeit. Im Fokus steht die Stärkung lokaler Gemeinschaften.

So hilft Ihre Spende:

  • 200 € tragen die medizinische Grundversorgung einer chronisch kranken Person für ein Jahr
     
  • 500 € sichern psychosoziale Gruppenangebote für zehn Fami­lien über vier Wochen
     
  • 1.000 € finanzieren warme Mahlzeiten und Bildung für ein Kind pro Jahr in einem jesuitischen Zentrum

Alltag im Ausnahmezustand

Seit über zwanzig Jahren leidet Syrien unter Krieg, Vertreibung und Armut. Das verheerende Erdbeben 2023 riss neue Wunden in ein Land, das seine Narben kaum noch zählen kann. Tausende Fami­lien verloren erneut alles.

Wirtschaftlicher Zu­sammen­bruch und internationale Isolation haben das öffentliche Leben ausgehöhlt. Lebensmittel sind für viele kaum noch bezahlbar, Strom und Wasser fallen regelmäßig aus, medizinische Versorgung ist oft nur eingeschränkt möglich. Millionen Menschen sind innerhalb des Landes vertrieben oder leben als Geflüchtete in Nachbarstaaten.

Politisch bleibt Syrien fragmentiert, echte Perspektiven auf Versöhnung oder Reformen sind rar. Den Alltag bewältigt die Bevölkerung im Überlebensmodus: Über zwei Millionen Kinder können keine Schule besuchen, Fami­lien verkaufen ihr letztes Hab und Gut, Millionen Kriegstraumata bleiben ungeheilt.

Nothilfe, Bildung, Begleitung

Der Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) leistet konkrete Hilfe: Notunterkünfte, Lebensmittel- und Hygienepakete, Unter­stützung für Mieten und Medikamente, Lernzentren für Kinder sowie psychosoziale Begleitung.

Die JRS-Teams verbinden Sozialarbeit und Bildung zu ganzheitlicher Begleitung. In den Zentren erhalten Kinder Grundbildung, Hausaufgabenhilfe und sichere Räume zum Spielen. Viele bekommen dort erstmals seit Langem wieder regelmäßig Mahlzeiten.

Eltern finden Unter­stützung und lernen, mit Überforderung und Gewalt umzugehen. Mobile Teams und Ärztinnen sorgen für Medikamente bei akuten und chronischen Erkrankungen.

Leben auf der Flucht

„Ich floh 2013 mit meinen Kindern nach Aleppo. Auf der Flucht wurden wir überfallen; mein Mann wurde entführt und ist spurlos verschwunden. Nach Erdbeben, Hunger und ständiger Vertreibung leben wir bis heute in Unsicherheit. Oft sehe ich meine Kinder auf den Märkten Obst und Gemüse ansehen, das wir uns nicht leisten können, und frage mich, wie lange wir noch durchhalten.”

Yasmin, Mutter aus Aleppo

Räume für Frieden und Versöhnung

Minderheiten leben in großer Unsicherheit. In christlichen Gemeinschaften herrscht Angst nach Anschlägen auf Kirchen. Viele junge Christinnen und Christen sind gut ausgebildet, aber verlassen das Land aufgrund fehlender Perspektiven.
Jene, die bleiben, finden in den jesuitischen Zentren in Damaskus, Aleppo und Homs Räume für Frieden, Versöhnung und Kultur. Junge Menschen unterschiedlicher Religionen lernen, musizieren und diskutieren gemeinsam. Bildungsprogramme fördern eigenständiges Denken.

Alle sind willkommen

„Was Aleppo auszeichnet, ist diese große Vielfalt. Wir versuchen, sie zu fördern und unser Zentrum im Stadtteil Al Aziziyah zum Ort der Begegnung und Versöhnung zu machen.

Neben akademischen Angeboten für Studierende aus ganz Aleppo veranstalten wir Workshops in Theater, Zeichnen, Musik, kreativem Schreiben und Film und begleiten Pfadfindergruppen.

Wichtiger Teil unserer Mission: jeden Menschen willkommen zu heißen und zu begleiten: intellektuell, künstlerisch, menschlich, unabhängig von religiöser, nationaler oder ethnischer Zugehörigkeit.“

Pater Julian Zakka Al-Rassi SJ

Nachbarschaftszentren für Frieden und Versöhnung: Helfen Sie mit!

Drei Nachbarschaftszentren in Jaramana, Al-Sakhour und Al-Kafroun setzen ein Zeichen in einem Land, dessen Infrastruktur in weiten Teilen zerstört ist. Mit einem weiteren Standort im Al-Sebaa ist der JRS seit 2021 auch in Homs vertreten.

Jaramana: Unter­stützung für 480 Kinder

Jaramana ist ein ländlicher Ort östlich der syrischen Hauptstadt Damaskus, der in den letzten Jahren viele Binnenflüchtlinge aufgenommen hat. Jaramana ist ein dicht besiedeltes Gebiet, in dem Menschen mit verschiedenen sozialen, kulturellen und religiösen Hintergründen zusammenwohnen. Mit dem Community Centre trägt der JRS eine Botschaft des Friedens und der Versöhnung in diese Gemeinschaft.

Al-Kafroun: Unter­stützung für 340 Kinder

Das Dorf Al-Kafroun befindet sich etwa 50 Kilometer entfernt von der Stadt Homs. Seit Beginn des Konflikts strandeten hier viele vertriebene Fami­lien aus allen Landesteilen. Die meisten Flüchtlingskinder in Al-Kafroun leiden unter schweren psychischen Problemen und kommen aus zerrissenen Fami­lien; für sie gibt es keinen Platz in den öffentlichen Schulen.

Al-Sakhour: Unter­stützung für 540 Kinder

Al-Sakhour liegt im Osten Aleppos und war jahrelang Schauplatz schwerer bewaffneter Zusammenstöße. Die beispiellose Zerstörung hat nichts und niemanden verschont. Viele Flüchtlinge, die heute in Al-Sakhour leben, sind Witwen, Waisen, versehrte und traumatisierte Menschen.

Al-Sebaa: Unter­stützung für 340 Kinder

Al-Sebaa ist ein Viertel nahe der Altstadt von Homs. Es war fast vom Beginn des Krieges an bis 2014 unter Belagerung. 80 Prozent der Gebäude wurden zerstört, und die meisten Fami­lien flohen während dieser Zeit. In den letzten zwei Jahren gab es einen deutlichen Zuwachs der Bevölkerung, sowohl von Rückkehrern als auch von Binnenvertriebenen aus anderen Orten. Die aktuelle Bevölkerung ist religiös divers.

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