Griechenland: Mit offenen Ohren und Herzen

Bis Dezember 2025 kamen rund 48.000 Menschen an den Küsten Griechenlands an. Sie flohen vor Krieg, Gewalt und Perspektivlosigkeit, leiden jedoch auch in Europa unter prekären Lebensbedingungen. Der Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) in Griechenland unterstützt die Ankommenden mit zahlreichen Programmen. In einer fremden Umgebung spendet er Halt und begleitet sie Schritt für Schritt beim Neuanfang.

Projekt JRS Griechenland

Ort:
Athen, Griechenland

Partner:
Anna Kapralou, Landesdirektorin Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) Griechenland

Zielgruppe:

Der JRS Griechenland steht Menschen zur Seite, die Krieg, Gewalt oder tiefe Perspektivlosigkeit hinter sich lassen mussten. In den ersten, oft überwältigenden Momenten nach ihrer Ankunft brauchen sie nicht nur Schutz, sondern auch einfühlsame psychosoziale Begleitung und Unter­stützung beim Umgang mit Behörden und Formularen – Herausforderungen, die in einer neuen und fremden Umgebung schnell überfordern können. Vor allem Kinder und Jugendliche brauchen in solchen Situationen Stabilität. Sie erhalten Hilfe beim Lernen, beim Einstieg in das Schulsystem und beim Erlernen der Landessprache, sodass aus anfänglicher Unsicherheit langsam Selbstvertrauen wachsen kann. Darüber hinaus unterstützt der JRS ganz praktisch im Alltag: mit Kleidung, wichtigen Gebrauchsgegenständen und kleinen Dingen, die ein Stück Würde und Normalität zurück­geben. 

So hilft Ihre Spende:

  • Welcome Center: Erste Anlaufstelle für neu angekommene Geflüchtete. Hier erhalten sie persönliche Beratung, Orientierung und emotionale Unter­stützung. 
  • Magazi (Second-Hand-Shop): Kostenlose Ausgabe von Kleidung und Alltagsgegenständen in würdigem Rahmen, ohne Stigmatisierung.
  • Women’s Day Center (WDC): Geschützter Raum speziell für Frauen. Angeboten werden psychosoziale Beratung, Unter­stützung bei administrativen und behördlichen Fragen sowie Möglichkeiten zum Austausch und zur gegenseitigen Stärkung.
  • Pedro-Arrupe-Jugendzentrum: Lern- und Förderangebote für Kinder und Jugendliche, die öffentliche Schulen besuchen. 
  • Magistories (non-formale Bildungsangebote): Sprachkurse in Griechisch und Englisch sowie weitere Integrationsangebote.

Im vergangenen Jahr haben neue Berichte über menschenunwürdige Zustände in Flüchtlingslagern die griechische Öffentlichkeit erschüttert. Bewohnerinnen und Bewohner des Camps Malakasa nahe Athen erzählten von Containern voller Kakerlaken, zudem mangelte es an Warmwasser, Bettwäsche, grundlegenden Hygieneartikeln wie Seife. Gleichzeitig stellte die Regierung nach dem Auslaufen eines EU-Programms auch noch die monatliche finanzielle Unter­stützung für Asylsuchende ein. In dieser bitteren Realität unterstützen die Teams des Jesuiten-Flücht­lings­dienstes (JRS) in Athen Menschen mit offenen Ohren und Herzen.

Sicherer Hafen nach dem Sturm

Das Welcome Center bildet die erste Anlaufstelle. Die Arbeit des JRS beginnt oft ganz leise, mit einem Gespräch, einem stillen Dabeisitzen, mit echtem Interesse an den vielen persönlichen Schicksalen. „Es ist ein Ort voller Wärme. Hier fühlte ich mich endlich wieder geborgen“, sagt Korane. Die 24-Jährige flüchtete 2025 aus Somalia nach Griechenland. Die emotionale Belastung nach der Flucht wirkt bei den meisten noch lange nach.

Besonders Frauen, die zusätzlichen körperlichen Gefahren ausgesetzt sind, brauchen viel Unter­stützung. Der JRS schafft für sie geschützte Räume, in denen Vertrauen wachsen kann. Im Women’s Day Center erhalten sie psychosoziale Beratung, aber auch Hilfe bei administrativen Fragen.

Seit zwei Jahren lebt die 46-jährige Gabi aus Kamerun in Griechenland. „Ich wusste anfangs überhaupt nicht, wie ich mit den Anträgen umgehen soll. Im WDC wurde mir alles geduldig erklärt. Ich habe hier außerdem Freundinnen gefunden. Wir teilen ähnliche Schicksale und unterstützen uns gegenseitig.“    

Auch für materielle Unter­stützung ist bei der Ankunft gesorgt. Im kostenlosen Second-Hand-Shop Magazi erhalten die Ankömmlinge Kleidung und Alltagsgegenstände. Die Ausgabe erfolgt in freier Wahl, völlig ohne Stigmatisierung.  

Sprache und Teilhabe

Kinder und junge Menschen brauchen nach der Ankunft in einem neuen Land besonders verlässliche Strukturen. Der Schulalltag stellt viele von ihnen vor große Herausforderungen: eine unbekannte Sprache, neue Lerninhalte und das Gefühl, nicht richtig dazuzugehören. Ohne gezielte Begleitung drohen sie schnell den Anschluss zu verlieren.

Im Pedro-Arrupe-Jugendzentrum erhalten Schülerinnen und Schüler, die öffentliche Schulen besuchen, Unter­stützung beim Lernen. Dort werden Sprachbarrieren abgebaut, Selbstvertrauen gestärkt und Zugehörigkeit gefördert. Das Angebot ergänzt den Schulunterricht und hilft den Kindern und Jugendlichen, sich Schritt für Schritt im neuen Umfeld zurechtzufinden.

Ergänzt wird das Bildungsangebot durch Magistories, ein Programm der non-formalen Bildung mit Sprachkursen in Griechisch und Englisch. Für Geflüchtete ist Sprache der erste Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Das betont auch die 50-jährige Maisara aus Palästina. „Sich verständigen zu können, ist im Alltag entscheidend, ob bei Gesprächen mit Nachbarinnen und Nachbarn, im Supermarkt oder bei Ärzt:innnen. Dass ich meine Kenntnisse stets verbessern kann, schenkt mir Sicherheit und Un­ab­hängig­keit.“

Hinter jeder Zahl eine Lebensgeschichte

2025 begleiteten 14 Mitarbeitende und 20 Freiwillige zahlreiche Bedürftige in Griechenland. Mehr als 1.600 Personen nutzten die Angebote im Shop Magazi, über 1.200 besuchten das Welcome Center. 239 Frauen wurden im Women’s Day Center betreut, während 165 Kinder am Nachmittagsunterricht teilnehmen konnten.

Der JRS betont, dass die Schicksale hinter den Zahlen weitaus wichtiger sind als diese, dass die Zahlen aber die Unter­stützungsnotwendigkeit deutlicher machen. Die Herausforderungen in Griechenland bleiben nämlich groß – doch Hoffnung wächst immer dort, wo Menschen nicht allein gelassen werden.       

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