– KATC Sambia
Wissen schlägt Wurzeln
Am Kasisi Agricultural Training Centre in Sambia wächst aus Forschung, Ausbildung und praktischer Erfahrung ein internationales Netzwerk. Entscheidend ist, was Bauern, Studierende und Partner voneinander lernen.
Wie kann Landwirtschaft in Zeiten der Klimakrise Menschen ernähren, Böden schützen und Familien ein verlässliches Einkommen ermöglichen? Am Kasisi Agricultural Training Centre (KATC) wird diese Frage gemeinsam mit den Menschen bearbeitet. Direktor Claus Recktenwald SJ, Jesuit und Agrarökonom, bringt den Ansatz auf den Punkt: „Das KATC hat einen Pionierstatus, da es schon eine Ausbildung in Agrarökologie anbietet und gleichzeitig auch in der Wissensgenerierung aktiv ist.“
So ist die Einrichtung am Rande der Hauptstadt Lusaka Teil eines neu gegründeten sambischen Wissens- und Forschungsnetzwerks, in dem die wichtigsten Universitäten des Landes vertreten sind. Zugleich forscht das Zentrum direkt mit den Bauernfamilen der Region. Jüngst wurden die Eigenschaften von vier Sorghum- und vier Cowpea-Sorten – beide Pflanzen sind fester Bestandteil der Ernährung im südlichen Afrika – getestet, darunter moderne Züchtungen und traditionelle Landsorten. Eine rote Sorghumsorte erwies sich als besonders widerstandsfähig. Nun wird geprüft, wie sie verarbeitet und verbreitet werden kann.
„Überzeuge deinen Nachbarn!“
Was die Veränderungen im Alltag bedeuten, beschreibt Landwirt Lloyd Michelo: „Bis vor sieben Jahren habe ich chemischen Dünger verwendet.“ Durch Kurse des KATC begann ein Umdenken. Heute kommt organischer Dünger zum Einsatz, außerdem wachsen auf dem Feld mehr Kulturen als früher. Und: „Eine Tomate aus meinem Feld schmeckt besser als eine aus einer Landwirtschaft mit chemischem Dünger.“
Alex Lupia betont, dass ökologische Landwirtschaft nicht am Rand des eigenen Ackers endet. In der Region werden Felder häufig abgebrannt, um Arbeit zu sparen. Doch das Feuer gefährdet Bäume, die Wasser im Boden halten, Früchte liefern und als Bauholz dienen. Deshalb lautet die Erfahrung: „Wenn du erfolgreich sein willst, überzeuge deinen Nachbarn, ebenfalls die Prinzipien der ökologischen Landwirtschaft zu befolgen.“ Eine gemeinsame Saatgutbank hilft zudem, in Notzeiten unabhängig zu bleiben.
Das KATC kooperiert in ganz Afrika, in Indien und in Deutschland. Studierende sammeln Erfahrungen auf deutschen Höfen, während Schüler aus St. Blasien mehrere Wochen in Kasisi mitarbeiten. Bei seiner Deutschlandreise besuchte Pater Recktenwald Hochschulen in Wismar, Göttingen, Hohenheim, Triesdorf, Weihenstephan und tauschte Erfahrungen aus mit Landwirten im Raum Nürnberg. So gelangen neue Fragen und Methoden ins Netzwerk.
Auch Projekte zur Schulspeisung zeugen von einer fruchtbaren Zusammenarbeit. Gemeinsam mit der Universität von Sambia verbindet das KATC Kleinbauernfamilien und lokale Schulen. Kinder erhalten regelmäßige Mahlzeiten, Bauern verlässliche Absatzmöglichkeiten, und die lokale Wirtschaft wird gestärkt. Pater Recktenwald beschreibt die Grundidee so: „Wir versuchen weiter, Menschen um eine gute Sache zusammenzubringen, zusammenzuarbeiten und dabei auch kulturelle Grenzen zu überwinden.“ Darin liegt die Stärke des KATC: Wissen gelangt nicht nur von Universitäten aufs Feld. Es bewegt sich zwischen Bauern und Forschenden, Generationen und Kontinenten.
Zukunft säen
Ihre Spende hilft Kleinbauernfamilien in Sambia, ihre Familien zu ernähren, ihre Böden zu schützen und dem Klimawandel standzuhalten.
KATC: Sambias Hoffnung ist grün
Das Kasisi Agricultural Training Centre (KATC) in der Nähe von Lusaka ist ein Zentrum der Jesuiten in Sambia zur Förderung der ökologisch-nachhaltigen Landwirtschaft durch Modellprojekte und entsprechendes Training von Bauern. Eine Recycling-Initiative verringert Müll und schafft neue Einkommensquelle


