– Loyola-Zentren Kuba

Oasen inmitten der Krise

Nach sechs Jahren als Provinzial der Jesuiten in der Karibik beginnt für P. Martin Lenk SJ ein neues Kapitel: Seit September leitet er die sechs Loyola-Zentren in Kuba. Dort finden Kinder, Fami­lien und ältere Menschen Bildung, Beratung, Gemeinschaft und ganz konkrete Unter­stützung im Alltag.

Gerade angesichts von Stromausfällen, Versorgungsengpässen und der schweren Wirtschaftskrise sind diese Orte wichtiger denn je. „Viele finden in ihnen eine ‚Oase‘ inmitten einer chaotischen Situation“, schreibt Martin Lenk in seinem neuen Rundbrief und berichtet aus Havanna, von seinen ersten Wochen in der neuen Aufgabe und vom Leben auf Kuba

Havanna, 12. September 2026

Liebe Freundinnen und Freunde,

Die letzten sechs Jahre war ich als Provinzial für die Jesuiten in der Karibik zuständig, seit dem Fest des Hl. Ignatius am 31. Juli gibt es einen neuen Provinzial, und ich bin froh, dass ich nicht mehr die Verantwortung habe. Seit dieser Woche habe ich eine neue Aufgabe als Direktor der Loyolazentren in Kuba.

Rechtzeitig zum 8. September bin ich hier eingetroffen. Der 8. September ist das Fest der Patronin Kubas, kurz „La Caridad“ genannt, was „Nächstenliebe“ heißt. Nach den Erzählungen sind am Anfang des 17. Jahrhunderts zwei einheimische Indios und ein afrikanisches Kind an der Ostküste Kubas mit einem Boot unterwegs gewesen, als sie die Statue Mariens fanden. Später wurde die Kirche in „El Cobre“ errichtet, im Un­ab­hängig­keitskrieg gegen Spanien wurde das Bild als die „Mambisa“ von den Freiheitskämpfern verehrt, und 1954 hat Ernest Hemingway ihr die Medaille seines Nobelpreises in überreicht.

In unserer Pfarrei sind wir von der Pfarrkirche in Prozession mit dem Gnadenbild zu einer Kapelle gezogen. Ganz offenbar haben fast 70 Jahre staatlich verordneter Atheismus nicht den Glauben auslöschen können. Überall, wo die Prozession vorbeiging, haben die Leute Bilder gemacht, offenbar eine neue Form der Verehrung.

In den Pfarreien des Jesuiten­ordens haben wir immer auch ein „Loyolazentrum“, in dem wir verschiedene Erziehungs-, Bildungs- und Sozialdienste anbieten. Es gibt z.Z. sechs Loyolazentren, die auf das ganze Land verteilt sind. Hausaufgabenhilfe, Musikkurs, Malen, Tanzen, Englisch und Computer wird für Kinder angeboten. Psychologische Hilfe, Beratung in schwierigen Situationen, Frauen- und Mütterkreise, Seniorengruppen mit Theater, Tanzen und Sport und selbst Mittagessen für besonders Bedürftige gehören zum Programm.

Kuba befindet sich in einer schwierigen Situation. Da fast kein Öl- und Treibstoff mehr nach Kuba geliefert wird, sind tägliche Stromausfälle von 20 Stunden normal. Wir können uns noch gut mit elektrischen Motorrädern fortbewegen und haben mittlerweile auch einige Solarzellen anschaffen können. Die Wirtschaftskrise ist überall spürbar, und das einst gerühmte kubanische Gesundheitswesen ist praktisch zusammengebrochen. Die Einnahmen aus dem Tourismus fallen weg, da die meisten Hotels geschlossen sind und viele Länder, so auch Deutschland, Reisewarnungen aussprechen.

Gott sei Dank sind die Kurse unsrer Loyolazentren sehr gefragt. Viele finden in ihnen eine „Oase“ inmitten einer chaotischen Situation. Die Loyolazentren funktionieren mit der großartigen Unter­stützung von vielen Menschen und Hilfswerken.

Euch allen herzlichen Dank und Gottes Segen,
P. Martin Lenk SJ

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Hoffnung für Kuba

Lebensmittel, Infrastruktur, Medikamente: In Kuba fehlt es an allem – nur nicht an staatlicher Repression und Reglementierung. Mit ihren vielfältigen Angeboten in sechs Loyola Zentren trotzen die Jesuiten und ihre Teams der harten kubanischen Realität und geben Zehntausenden Menschen Hoffnung

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