– Burundi

Mit Heften und Stiften gegen die Ausgrenzung

753 Kinder in Burundi können ins neue Schuljahr starten! Ihre Fami­lien leben mit Lepra, einer Krankheit, die mit Vorurteilen und Ausgrenzung verbunden ist. Das jesuitische Hilfswerk ServiceYezu Mwiza steht Betroffenen zur Seite und engagiert sich auch für Menschen mit HIV.

Ein paar Schulhefte, einige Stifte: Gerade für Fami­lien, die von Lepra betroffen sind, ist die Ausstattung ihrer Kinder zum Schulbeginn oft kaum zu bezahlen. Das jesuitische Hilfswerk ServiceYezu Mwiza (SYM) hat deshalb gemeinsam mit dem nationalen Programm zur Bekämpfung von Lepra und Tuberkulose (PNLT) und der Hilfsorganisation Action Damien 753 Grundschulkinder mit Schulmaterial versorgt.

Zwischen dem 14. und 17. September 2026 verteilten die Helferinnen und Helfer in Bujumbura und der Provinz Burunga Tausende Hefte und Stifte. Eine praktische Unter­stützung, die weit über den Schulalltag hinausreicht: Denn die Kinder sollen nicht darunter leiden, dass ihre Eltern oder andere Fami­lienmitglieder von einer Krankheit betroffen sind, die noch immer viele Menschen an den Rand der Gesellschaft drängt.

Lepra: Die Vorurteile bleiben

Lepra klingt nach einer Krankheit aus längst vergangenen Zeiten. Doch sie ist keineswegs verschwunden. Die durch Bakterien verursachte Infek­tion befällt vor allem Haut und Nerven und kann unbehandelt zu schweren Behinderungen führen. Dabei lässt sich Lepra heute mit einer Kombination aus Antibiotika vollständig heilen. Auch die Angst vor Ansteckung ist meist unbegründet: Die Krankheit wird in der Regel erst durch längeren engen Kontakt mit unbehandelten Erkrankten übertragen.

Trotzdem meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für das Jahr 2025 weltweit mehr als 167.000 neue Leprafälle. Auch in Burundi ist die Krankheit weiterhin präsent. Dort wurden 262 Menschen neu diagnostiziert, darunter 25 Kinder. Die medizinische Behandlung ist dabei oft nur ein Teil des Weges zurück in ein normales Leben. Denn selbst geheilte Menschen kämpfen mit den Folgen der Erkrankung, mit Vorurteilen und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Viele bleiben ohne Arbeit und können auch die eigene Familie kaum ernähren.

Mehr als medizinische Hilfe

Hier setzt die Arbeit des ServiceYezu Mwiza an. Das jesuitische Hilfswerk begleitet Menschen, deren Leben von Krankheit, Armut und Ausgrenzung geprägt ist. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der HIV-Prävention sowie der medizinischen und psychosozialen Betreuung von Menschen, die mit HIV und Lepra leben.

20 lokale Selbsthilfegruppen mit mehr als 600 von Lepra betroffenen Menschen werden vom Service Yezu Mwiza und seinen Partnern begleitet. Gemeinsam entwickeln sie Möglichkeiten, durch Land­wirt­schaft, Viehzucht und kleine einkommensschaffende Tätigkeiten wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

Dass der Bedarf groß ist, zeigte auch die diesjährige Schulmaterialaktion. Aufgrund gestiegener Preise reichten die vorhandenen Mittel nicht aus, um alle bedürftigen Kinder zu unterstützen. Zunächst konzentrierten sich die Organisatoren deshalb auf Grundschulkinder. Künftig sollen auch ältere Schülerinnen und Schüler stärker berücksichtigt werden.

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