– 10 Jahre JWL
From Dream to Reality: 10 Jahre – 10 Geschichten
Vom Traum zur Wirklichkeit: Was für Menschen in Krisen- und Fluchtsituationen unerreichbar scheint, wird durch Bildung möglich. Seit zehn Jahren schafft Jesuit Worldwide Learning (JWL) solche Bildungschancen und ermöglicht praxisorientierte Bildungsprogramme ebenso wie den Zugang zu Hochschulbildung. Zum zehnjährigen Bestehen erzählen wir bei jesuitenweltweit in Österreich, Deutschland und der Schweiz die Geschichten von Studierenden sowie Absolventinnen und Absolventen. Ihre persönlichen Wege zeigen, was Bildung bewirken kann und welche Kraft sie für Menschen und ihre Gemeinschaften entfaltet.
Für geflüchtete Menschen ist vor allem der Weg zu einem Hochschulstudium mit grossen Hürden verbunden. Weltweit haben nur neun von 100 Geflüchteten Zugang zu Hochschulbildung. Genau hier setzt unser Partner Jesuit Worldwide Learning (JWL) an. 2016 begann JWL mit einer Vision: 250 Geflüchteten in drei Ländern den Zugang zu Hochschulbildung zu ermöglichen. Heute erreicht JWL fast 50.000 Lernende in benachteiligten und von Krisen betroffenen Gemeinschaften in 50 Ländern.
jesuitenweltweit in Österreich, Deutschland und der Schweiz begleiten JWL dabei als Partnerorganisationen. Zum zehnjährigen Jubiläum lassen wir jene zu Wort kommen, die am besten wissen, was dieser Zugang zu Bildung bedeutet.
Laura – Ecotourism-Programm
„Für uns bedeutet Studieren, den Kampf für unsere Rechte auf Leben und Freiheit fortzusetzen und unsere Identität zu bewahren.“
Laura gehört der indigenen Gemeinschaft der Waorani an und lebt in Dikaro, einem Dorf im Yasuní-Nationalpark (ecuadorianisches Amazonasgebiet), einem der artenreichsten Orte der Erde.
Gemeinsam mit anderen jungen Frauen in Dikaro setzt sie sich für den Erhalt und die Verbreitung ihrer Kultur und Traditionen sowie für den Schutz ihrer Rechte und ihrer Umwelt ein. Laura wurde zu einer der Gemeindevorsteherinnen gewählt.
Isaac – Bachelor in Sustainable Development
„JWL hat es Geflüchteten durch das Blended-Learning-System ermöglicht, ortsunabhänig ein Hochschulstudium zu absolvieren, und das hat alles verändert.”
Isaac wuchs im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia auf. Durch das JWL-Programm konnte er seinen Bachelor in Sustainable Development abschliessen. Ein Abschluss, der ihm Türen öffnete, die er sich kaum vorstellen konnte.
Heute absolviert er einen Master in Human Rights and Humanitarian Action an der Sciences Po in Paris und setzt sich aktiv dafür ein, dass auch andere Geflüchtete Zugang zu Bildung erhalten.
Lana – Peace Leader-Programm
„Aufgrund unserer geografischen Lage, unserer Situation und der politischen Probleme haben wir als Kurdinnen und Kurden nur selten dauerhaften Frieden erlebt. Deshalb hat es mich sehr interessiert zu erfahren, was Frieden eigentlich ermöglich.“
Lana absolvierte das Peace Leader-Programm in Sulaymaniyah in der kurdischen Region des Irak. Die Erkenntnisse aus dem Programm veränderten ihre Sichtweise auf Konflikte grundlegend. Heute arbeitet sie als Kursleiterin und Mediatorin des Peace-Leader-Programms und ist an verschiedenen Friedensinitiativen beteiligt.
Esmatullah – Peace Leader-Programm
„Unsere Gemeinschaft verfügt über eine starke Grundlage für Friedensarbeit. Deshalb sollten wir als Friedensstifter nicht versuchen, ein fremdes Modell auf unsere Gemeinschaft zu übertragen und ihr aufzuzwingen. Vielmehr sollten wir unserer Gesellschaft dabei helfen, die in ihr selbst vorhandenen Potenziale für Friedensarbeit zu erkennen. In diese Potenziale sollten wir investieren und sie fördern, damit ein dauerhafter Frieden entstehen kann.“
Esmatullah absolvierte das Peace Leader-Programm in Afghanistan und arbeitet heute an der Cornell University. Er entwickelt derzeit einen KI-Grundkurs für das neue KI-Zertifikatsprogramm von JWL.
Monica – Bachelor in Sustainable Development
„Für mich bedeutet nachhaltige Entwicklung, bessere Entscheidungen zu treffen, nichts zu verschwenden und einander zu helfen, wann immer man kann. Jetzt kann ich das, was ich gelernt habe, mit anderen teilen.“
Monica ist eine stolze Nachfahrin des Macushi-Volkes und lebt in St. Ignatius, Guyana. Sie entschied sich für ein Bachelorstudium in nachhaltiger Entwicklung, um die verschiedenen Themen besser zu verstehen und selbst aktiv zu werden. Sie arbeitet beim Ministerium für soziale Dienste und soziale Sicherheit als Beraterin von Überlebenden häuslicher Gewalt. Dort hilft und unterstützt sie Opfer häuslicher Gewalt.
Desire – Liberal Studies-Programm
„Ich wollte mehr als nur einen Abschluss. Ich wollte eine Ausbildung, die mir helfen würde, die Welt zu verstehen und gleichzeitig einen sinnvollen Beitrag zu meiner Gemeinschaft zu leisten. Wie viele andere Geflüchtete befand ich mich in einer Situation, in der zwar Potenzial vorhanden war, aber der Zugang zu Bildung fehlte. Das Diplom in Liberal Studies bot mir die Möglichkeit, diese Realität zu verändern.“
Desire absolvierte im Flüchtlingslager Dzaleka in Malawi, das Programm in Liberal Studies. Er setzte seinen Bildungsweg fort und promoviert derzeit im Bereich Erziehungswissenschaften an der University of Nairobi. Gleichzeitig unterstützt er als Academic Manager bei JWL in Dzaleka die Lernenden.
Kyaw Htet – Learning Facilitator-Programm
„Ja, das Leben ist voller Dunkelheit und Herausforderungen. Doch Bildung ist das Licht, das die Welt verändern kann. Wenn dir deine Gemeinschaft am Herzen liegt, dann verändere sie durch Bildung. Lerne, Verantwortung zu übernehmen, und lerne, anderen zu dienen.“
Kyaw Htet lebt in Taunggyi in Myanmar, einer Region, in der Bildungszugang keine Selbstverständlichkeit ist. Durch das Learning-Facilitator-Programm von JWL entdeckte er seine Talente, gewann Selbstvertrauen und fand Anschluss an eine weltweite Gemeinschaft von Lernenden. Heute gibt er dieses Wissen und diese Erfahrung als Kursleiter weiter.
Masuma – Bachelor in Sustainable Development
„Ich bin in einer Gemeinschaft aufgewachsen, in der die Bildung von Mädchen keinen hohen Stellenwert hatte. Trotzdem hielt ich meine Bücher umso stolzer in den Händen und lernte weiter. Für mich war das eine Möglichkeit zu zeigen, dass ich nicht zulassen würde, dass die Meinungen anderer über meine Zukunft bestimmen.“
Masuma wuchs in Afghanistan auf, wo Bildung für Mädchen kaum zugänglich war. Sie liess sich nicht entmutigen und schloss ihren Bachelor in Sustainable Development ab. Als ihre Familie nach Kenia zog, half ihr das Studium, in einer völlig neuen Umgebung Fuß zu fassen. Heute absolviert sie einen Master am University College Nairobi.
Nilwa – Bachelor in Sustainable Development
„Ein Mädchen zu sein bedeutet keine Einschränkung, wenn es darum geht, Bildung und Chancen zu ergreifen. Als Mädchen musst du dich deiner Vision und deinen Zielen widmen, um erfolgreich zu sein.”
Nilwa glaubte einst, dass Hochschulbildung für sie unerreichbar sei und dass ihr Platz zu Hause sei. JWL ermöglichte ihr, diesen Traum zu verwirklichen und ihr Potenzial zu entfalten. Während ihres Studiums im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia gründete sie eine Initiative gegen Unterernährung in ihrer Gemeinschaft und setzt sich seither aktiv dafür ein, dass auch andere junge Frauen Zugang zu Bildung erhalten.
Anitta – Bachelor in Sustainable Development
„Als ich anfing, war ich einfach eine Studierende. Heute bin ich Absolventin, Lehrerin und Kursleiterin, die andere Lernende begleitet.”
Anitta lebt in Mannar in Sri Lanka, wo der Zugang zu Hochschulbildung lange kaum möglich war, bis sie von JWL erfuhr. Das Studium veränderte ihre Denkweise und zeigte ihr neue Wege, wie sie ihrer Gemeinschaft helfen kann.
Der Austausch mit Studierenden aus verschiedenen Gemeinschaften in Sri Lanka und auf der ganzen Welt motivierte sie schliesslich, selbst Kursleiterin zu werden und andere auf ihrem Bildungsweg zu begleiten.
JWL: Gesundheit beginnt mit Wissen
Hochwertige Bildung in den Krisengebieten und Flüchtlingslagern der Welt ist seit 10 Jahren das Ziel des weltweiten Netzwerkes „Jesuit Worldwide Learning“: von einer Berufsausbildung bis zum Abschluss an einer renommierten Hochschule. Mit einem neuen Programm bringen JWL und medmissio Gesundheitswissen dorthin, wo medizinische Hilfe fehlt.
