– Jesuit Worldwide Learning

Forschung aus eigener Erfahrung

Jesuit Worldwide Learning (JWL) bringt Hochschulbildung in die Krisenregionen und Flüchtlingslager der Welt. Ein neues Wissenschaftsforum für Studierende aus benachteiligten Gemeinschaften schafft akademische Aufmerksamkeit für Themen, die in ihren Lebenszusammenhängen von zentraler Bedeutung sind.

Menschen, die in einem Umfeld mit komplexen sozialen Herausforderungen leben, sind oft am besten in der Lage, diese Probleme zu analysieren und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Aus dieser Überzeugung heraus startet Jesuit Worldwide Learning (JWL) sein neues studentisch geleitetes Forschungsforum. Die Initiative fördert Forschungskompetenz und wissenschaftliche Eigenverantwortung bei Studierenden und Alumni aus benachteiligten Gemeinschaften weltweit.

Das neue Forschungsforum schafft einen besonderen Rahmen, in dem angehende Forscherinnen und Forscher aus den weltweiten Lerngemeinschaften von JWL eigene Vorhaben entwickeln und leiten können. Begleitet werden sie dabei von Promovierenden aus dem JWL-Doktorandenkolloquium, die fachliche und wissenschaftliche Unter­stützung bieten.

Auf diese Weise stärkt JWL Forschungsvorhaben junger Akademikerinnen und Akademiker aus benachteiligten Lebenszusammenhängen, fördert das wissenschaftliche Selbstvertrauen seiner Studierenden und trägt dazu bei, ortsbezogenes Wissen zu Themen zu schaffen, die für bislang zu wenig beachtete Gemeinschaften von zentraler Bedeutung sind.

Forschungskompetenz aus den Gemeinschaften heraus stärken

Im Mittelpunkt des neuen Forums steht die Erkenntnis, dass diejenigen, die sozialen Herausforderungen am nächsten sind, häufig auch am besten verstehen, wie diese untersucht und bewältigt werden können. JWL-Studierende und Ehemalige sind dabei nicht länger nur Gegenstand von Forschung. Sie werden selbst zu Forschenden, stellen entscheidende Fragen, gewinnen neues Wissen und bringen begründete Erkenntnisse aus ihren eigenen Lebenswirklichkeiten ein.

Zur ersten Gruppe gehören sieben studentisch geleitete Forschungsvorhaben aus verschiedenen JWL-Lernzentren, unter anderem in Kampala (Uganda), im Flüchtlingslager Kakuma (Kenia), in Kalobeyei (Kenia), im Flüchtlingslager Dzaleka (Malawi) und in Domiz (Irak). Jedes Vorhaben wird von einer Mentorin oder einem Mentor aus dem Doktorandenprogramm begleitet, deren oder dessen Fachgebiet zum jeweiligen Thema passt. So entsteht ein gemeinschaftliches Forschungsumfeld, das wissenschaftliche Fachkenntnis mit Lebenserfahrung und ortsnaher Forschung verbindet.

Forschung zu Themen, die wirklich zählen

Die ausgewählten Vorhaben zeigen die thematische Breite, Dringlichkeit und Bedeutung der Fragen, mit denen sich die Studierenden beschäftigen. Dazu gehören unter anderem:

  • Identitätsbildung und Zugehörigkeit von Geflüchteten
  • Bildungszugang für Frauen in Flüchtlingslagern
  • von Frauen getragene Gemeinschaften in Syrien
  • Wirksamkeit und Zugänglichkeit humanitärer Hilfe
  • Vorbeugung gegen sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt sowie der Umgang damit
  • digitales Lernen und Zugang zu Bildung
  • berufliche Perspektiven durch digitale Bildungswege

Diese Vorhaben machen die geistige Neugier, die kritische Auseinandersetzung und das soziale Engagement von JWL-Studierenden und Ehemaligen sichtbar. Forschung wird hier zu einem Werkzeug, um die Lebenswirklichkeit in den eigenen Gemeinschaften besser zu verstehen und nachhaltig zu verbessern.

Die nächste Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fördern

Das studentisch geleitete Forschungsforum ist mehr als ein Forschungsprogramm. Es ist eine Investition in die nächste Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Fachkräften und Verantwortungsträgern, die aus Lebenszusammenhängen hervorgehen, die im herkömmlichen Wissenschaftsbetrieb oft ausgeblendet werden.

Durch die Verbindung von studentischen Forschenden mit Promovierenden unterstützt JWL nicht nur einzelne Vorhaben, sondern eröffnet langfristige Wege für wissenschaftliches Wachstum, gegenseitiges Lernen und den Ausbau von Forschungskompetenz im gesamten Netzwerk.

Die Initiative steht beispielhaft für das umfassendere Engagement von JWL: Hochschulbildung an den Rändern der Gesellschaft soll sich nicht auf Zugang allein beschränken. Sie soll auch echte Teilhabe an Wissensgewinnung, kritischer Reflexion und weltweitem wissenschaftlichem Austausch ermöglichen.

Während diese sieben Vorhaben nun ihre Forschungsarbeit aufnehmen, wird JWL in den kommenden Monaten Einblicke, Erkenntnisse und Erfahrungsberichte aus dem neuen Forschungsforum teilen, mit großer Spannung, wie diese jungen Forschenden neue Perspektiven auf drängende örtliche und weltweite Herausforderungen eröffnen, und wie ihre Arbeit die verändernde Kraft von Bildung und Forschung an den Rändern der Gesellschaft sichtbar macht.

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JWL: Bildung bringt Frieden

Hochwertige Bildung in den Krisengebieten und Flüchtlingslagern der Welt ist seit 15 Jahren das Ziel des weltweiten Netzwerkes „Jesuit Worldwide Learning“: vom Sprachkurs über eine Berufsausbildung bis zum Abschluss an einer renommierten Hochschule. In 32 Ländern, vom Nordirak bis nach Amazonien, geben die Programme Perspektive, Selbstvertrauen und verhindern Fluchtursachen.

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