– MAJIS Südsudan

Eine Gemeinschaft im Aufbruch

Der Südsudan gehört zu den fragilsten Ländern der Welt. Jahrzehntelange Konflikte, Armut und eine schwache Infrastruktur prägen den Alltag vieler Menschen. Besonders Kinder und Frauen sind betroffen: Bildung bleibt oft unerreichbar, sauberes Wasser ist knapp, Zukunftsperspektiven fehlen. Seit 15 Jahren eröffnet das Multi-educational and Agricultural Jesuit Institute of South Sudan (MAJIS) neue Perspektiven, verbindet Schulbildung mit landwirtschaftlichen Programmen und stärkt gezielt Frauen.

Akol Jal ist eine ruhige ländliche Gemeinde. Früher bedeutete Schule für viele Kinder stundenlange Fußmärsche nach Rumbek. Mädchen hatten kaum Chancen auf Bildung.

Von einem Stück Land zu neuer Hoffnung

„Der Wandel begann am 11. November 2005, als die Gemeinde den Jesuiten ein Stück Land überließ“, erinnert sich Makol Mading Long, Gemeindeverwalter von Akol Jal. Aus dieser einfachen Geste entstand das Zentrum einer tiefgreifenden Entwicklung.

Die neu gebaute St.-Peter-Faber-Grundschule ermöglicht heute Hunderten Kindern wohnortnahen Unterricht.

Schule für alle

„Jetzt konkurrieren Mädchen mit Jungen im Klassen­zimmer. Das gab es in den 1990er Jahren nicht“, berichtet ein Gemeindemitglied. John Makuac Meen besucht die Schule seit der ersten Klasse: „Wir danken den Jesuiten. Wir müssen nicht mehr nach Rumbek laufen.“

Sein Wunsch: eine weiterführende Schule direkt in Akol Jal, damit Kinder ihre Ausbildung in der Nähe ihrer Fami­lien fortsetzen können.

Die Gemeinde hofft außerdem auf Schulverpflegung und bessere Wasserversorgung.

Ein sicherer Raum für Frauen

Gerade in Zeiten von Konflikten bot MAJIS vielen Frauen Zuflucht. Mary Ayen Mading, Frauenvertreterin, sagt: „MAJIS war unser Schutzraum. Sie haben uns ermutigt, ernährt und geholfen, als wir es am meisten brauchten.“

Heute liegt der Fokus auf Selbstständigkeit: Frauen erhalten landwirtschaftliche Schulungen, Saatgut, Ziegen und Hühner. Damit sichern sie die Ernährung ihrer Fami­lien und erwirtschaften eigenes Einkommen.

Bildung statt früher Heirat

Etwa 100 Haushalte haben dem Projekt Land zur Verfügung gestellt, das die Gemeinschaft nachhaltig verändert: Bürgermeister Sultan Kur Maduk ruft die Eltern auf, alle Kinder zur Schule zu schicken: „Lasst Mädchen sich auf Bildung konzentrieren. Bildung ist ihre wahre Zukunft.“

Schulleiter William Dukpuon Matit beschreibt die Entwicklung der Schule: „Was mit wenigen Kindern begann, wuchs schrittweise zu einer vollständigen Grundschule.“

Die Geschichte von Akol Jal erzählt von Mut, Großzügigkeit und Weitblick. Älteste gaben Land, Frauen fanden Schutz und neue Stärke, Kinder erhielten Zugang zu Bildung. MAJIS wurde zu einem verlässlichen Partner auf dem Weg in eine bessere Zukunft.

Bildung ist hier keine ferne Hoffnung mehr, sondern gelebte Realität.

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Hunderttausende Geflüchtete leben in den Lagern von Maban, Renk, Yambio – und täglich fliehen weitere Familien vor dem Krieg aus dem Nachbarland Sudan. Nahrung, Wasser und Bildungsangebote sind knapp. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) unterstützt Geflüchtete und Aufnahmegemeinschaften

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