– JRS Europe

Eine Mission, viele Stimmen: Das regionale Koordinationstreffen von JRS Europe in Brüssel

Gastfreundschaft, gemeinsame Werte und die Kraft persönlicher Geschichten standen im Mittelpunkt des regionalen Koordinationstreffens (RCM) von JRS Europe, das am 27. und 28. Oktober 2026 in Brüssel stattfand. Das Treffen brachte Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten europäischen Netzwerk für zwei Tage des Austauschs, der Reflexion und des gemeinsamen Lernens zusammen. Im Zentrum stand die gemeinsame Mission, Geflüchtete und gewaltsam vertriebene Menschen zu begleiten, ihnen zu dienen und für ihre Rechte einzutreten.

Werte leben und Gastfreundschaft gestalten

Das diesjährige RCM bot die Gelegenheit, der Frage nachzugehen, wie unsere Werte in der Praxis gelebt werden können: in der Gastfreundschaft lokaler Gemeinschaften, in der Unter­stützung von Menschen, die Vertreibung erfahren, und in den Geschichten, die wir erzählen.

Eröffnet wurde das Treffen mit einer Reflexion von Dalibor Renić SJ über die Mission der Gesellschaft Jesu in Europa und ihre heutige Bedeutung für das JRS Netzwerk. Daran schloss sich „Sacred Intersections: Four Faiths, Nine Values, One Mission“ an, ein von Bianca Albu, Christoph Klotz, Sara Jouhari und Raymond Parcon SJ geleiteter Retreat, der vier religiöse Traditionen mit den neun Grundwerten des JRS verband. Durch Gebet und Reflexion waren die Teilnehmenden eingeladen, sich mit der Bedeutung des interreligiösen Dialogs in einer polarisierten Welt auseinanderzusetzen.

Am Nachmittag beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der zentralen Botschaft von „Paths of Hospitality“: „Gastfreundschaft öffnet die Tür zum Frieden.“ Ein Besuch im Migrationsmuseum rückte persönliche Geschichten in den Mittelpunkt und eröffnete einen Zugang zu den Erfahrungen von Menschen, die Grenzen überschritten und die Stadt mitgeprägt haben.

Bei einer Tour durch Molenbeek und Matongé, zwei der multikulturellsten Viertel Brüssels, wurde diese Auseinandersetzung fortgesetzt. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen im Büro von JRS Europe und bot Raum für informelle Gespräche und den Austausch innerhalb des Netzwerks.

Psychosoziale Unter­stützung, Advocacy und Gemeinschaft

Am zweiten Tag standen organisatorische Entwicklungen und zentrale Arbeitsbereiche des JRS im Fokus. Gavin Braschi stellte die neue globale Organisationsstruktur des JRS vor. Anschließend fand eine Podiumsdiskussion mit Sophia Pierre-Antoine über psychische Gesundheit und psychosoziale Unter­stützung statt. Dabei wurde insbesondere die Rolle dieser Unter­stützung innerhalb der Mission von JRS Europe und im Rahmen der „One Proposal“ Reaktion auf die Vertreibung aus der Ukraine diskutiert.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Advocacy Arbeit. Eine von Mariza Koronioti moderierte Diskussionsrunde brachte Vertreterinnen und Vertreter von Centro Astalli, JRS Serbien, JRS Deutschland und JRS Malta zusammen. Sie diskutierten aktuelle Herausforderungen der politischen Interessenvertretung und verknüpften dabei nationale Perspektiven mit der Arbeit des Netzwerks auf europäischer Ebene.

Auch das Thema Gastfreundschaft rückte erneut in den Mittelpunkt. In einem von Carola Jiménez moderierten World Café tauschten sich die Teilnehmenden über die Erfahrungen der „Communities of Hospitality“ in verschiedenen europäischen Ländern aus. Die Session bot Raum, unterschiedliche Ansätze kennenzulernen und voneinander zu lernen, wie JRS Büros Menschen zusammenbringen und Gemeinschaft fördern.

Kommunikation und gemeinsame Perspektiven für Europa

Der abschließende Workshop unter der Leitung von Vincenzo Chiaiese widmete sich Kommunikation und neuen Narrativen in einem polarisierten Europa. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit der Frage, wie JRS unterschiedliche Zielgruppen erreichen und Erfahrungen von Vertreibung, Aufnahme und Solidarität vermitteln kann.

Über die beiden Tage hinweg verband das Programm Reflexion mit praktischer Arbeit sowie lokale Erfahrungen mit einer gemeinsamen europäischen Mission. Von persönlichen Migrationsgeschichten bis hin zu Diskussionen über Advocacy und Kommunikation bot das Treffen Raum für die Frage, wie das JRS Netzwerk weiterhin Beziehungen und Gemeinschaften aufbauen kann, die auf Würde, Teilhabe und Hoffnung beruhen.

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Europa JRS

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