– Indien

Coronakrise: Bildungskatastrophe für Indiens Arme

Die Pandemie hat in Indien die soziale Spaltung vertieft. Vielen „Kastenlosen“ und Indigenen nimmt sie die Chance auf Bildung, vor allem den Mädchen und Frauen. Die Angebote der DACA-Einrichtungen in Tamil Nadu greifen da, wo das staatliche Bildungssystem versagt.

Mit besseren Bildungschancen sind Dalits und Adivasi – also Angehörige der untersten Gruppen der hinduistischen Gesellschaft sowie die Mitglieder indigener Stammesgemeinschaften – in der Lage, die Kluft zwischen ihnen und der Mehrheitsgesellschaft zu überwinden. Doch vielen bleibt der Zugang zu höherer Bildung verwehrt. Nur wenige Dalit- und Adivasi-Jugendliche sind in der Lage, Studiengebühren zu bezahlen oder Stipendien in Anspruch zu nehmen. Jene, die es an eine Uni geschafft haben, aber nebenbei ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, finden sich durch die Folgen des Lockdowns, etwa den Zu­sammen­bruch des informellen Sektors, in einer existenziellen Krise wieder.

Online lernen ist Privileg

Auch der ungleiche Zugang zu Online-Unterricht wird zum Hemmschuh: Drei Viertel der Dalit-Bevölkerung leben in ländlichen Gebieten, wo nur nur 15 Prozent der Haushalte über eine Internetverbindung verfügen. Mehr als die Hälfte der befragten Dalit- und Adivasi-Studierenden konnte nicht an Online-Vorlesungen teilnehmen aufgrund der Nichtverfügbarkeit von Smartphones, Laptops und Internetzugang, so die ernüchternden Ergebnisse einer Studie der NGO „National Campaign on Dalit Human Rights“ (NCDHR).

Wenig Unterstützung vom Staat

Für über 6 Millionen junge Inderinnen und Inder aus einkommensschwachen Familien ist das staatliche Stipendien-Programm „Post-Matric Scholarship“ (PMS) das Sprungbrett an die Universitäten. Trotz gestiegener Nachfrage junger Adivasi und Dalits wurde der Etat für das Programm gekürzt: Der NCDHR-Bericht ergab, dass 31 Prozent aller befragten Studierenden 2020 kein Stipendium erhalten haben, fast die Hälfte von ihnen sind Frauen. 21 Prozent der befragten Studentinnen sahen sich gezwungen, ihr Studium auszusetzen und eine Arbeit anzunehmen.

Tamil Nadu: DACA bringt den Wandel

Die Dr. Ambedkar Cultural Academy (DACA) betreibt 100 dezentrale Lernzentren und Abendschulen für Dalit-Jugendliche in Tamil Nadu im Süden Indiens, dazu auf dem eigenen Campus in Madurai ein Internat für 124 Dalit-Mädchen, das Vidivelli Home. Die meisten von ihnen besuchen die St. Anne’s Higher Secondary School ganz in der Nähe. Mit Ihrer Hilfe können wir mit 40.000 Euro jährlich 150 Stipendien für Dalit-Mädchen finanzieren. Pro Kind sind das 260 Euro im Jahr, monatlich 22 Euro.

Mit einem umfangreichen pädagogischen Programm, psychosozialen Angeboten und einem strengen Hygienemanagement hat man sich nach der Wiedereröffnung der Schule im November für die Zeit nach dem Lockdown gerüstet.

Projektseite DACA

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