Fotos: Christian Ender

 – P. Arturo Sosa SJ

„Wir arbeiten alle an einer Sendung”

Pater General Arturo Sosa SJ, ranghöchster Jesuit, verdeutlicht bei seinem Besuch in Nürnberg: Glaube und Gerechtig­keit sind nicht voneinander zu trennen.

Zwei inspirierende Tage: Am 8. und 9. Oktober war Pater General Arturo Sosa SJ im Rahmen seines Deutschland-Besuchs zu Gast in den jesuitischen Einrichtungen in Nürnberg. Auf der Dachterrasse und in den Büros von jesuitenweltweit tauschte er sich mit dem Team aus, sprach mit ehemaligen Jesuit Volunteers und mit jungen vietnamesischstämmigen Erwachsenen, die am Rand der Gesellschaft stehen.

Pater General, was bedeutet es, 60 Jahre nach ihrem Eintritt in den Orden, Jesuit zu sein?

Ich könnte theologisch oder politisch antworten, aber gebe lieber eine Herzensantwort: Jesuit sein bedeutet für mich Jesus im Alltag nachzufolgen, den Gott der Liebe und Barmherzigkeit immer besser kennenzulernen und dazu beizutragen, ihn immer bekannter zu machen. Es bedeutet, Jesus
nah zu sein in seiner „Bewegung nach unten”, den Ausgegrenzten zu dienen.

Was hat sich im Lauf der Jahrzehnte verändert innerhalb des Ordens?

Die Gesellschaft Jesu ist heute mehr als die Jesuiten. Ihr Charisma lebt in alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit, Laien – manchmal auch Angehörigen anderer Religionen, die Verantwortung in den Werken übernehmen. Wir arbeiten alle an einer Sendung.

Migration und Gerechtig­keit

Eine Sendung, die durch die vier Universellen Apostolischen Präferenzen geprägt ist: mit den Armen, für die Schöpfung, an der Seite der Jugend, ein Weg zu Gott...

Diese Entscheidung der 36. Generalkongregation 2016 beruhte auf einem gemeinschaftlichen Prozess, bei dem alle Jesuiten weltweit eingebunden waren. Papst Franziskus’ Enzyklika Fratelli tutti untermauerte die Präferenzen 2020. Ihre Entstehung erinnert Jahrhunderte später an die Entstehungsgeschichte der Jesuiten, die gemeinschaftlichen Pläne der Freunde um Ignatius, die schließlich vom Papst bestätigt wurden.

Was sind, in Anbetracht des wechselseitige Verhältnisses von Glaube und Gerechtig­keit, die Herausforderungen unserer Tage?

Der Umgang mit Migration ist heute der wichtigste Indikator aller Gerechtig­keitsfragen. In einem Klima zunehmender Ablehnung Geflüchteter und politischer Manipulation sind wir als Christinnen und Christen gefordert, einen migrierten Menschen als Bruder oder Schwester anzunehmen. Er hat das Recht empfangen und integriert zu werden.

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