– UN-Klimakonferenz

Klimagerechtigkeit ist soziale Gerechtigkeit: Jesuiten starten globale Kampagne zur COP31

Mit einer weltweiten Kampagne zur COP31 machen sich die Jesuiten erneut für mehr Klimagerechtigkeit stark. Im Zentrum stehen eine gerechte Energiewende, mehr finanzielle Unter­stützung für besonders betroffene Länder und nachhaltige Ernährungssysteme.

Im November 2026 kommt die internationale Staatengemeinschaft in der Türkei zur 31. UN-Klimakonferenz COP31 zusammen. Im Vorfeld verstärkt die Gesellschaft Jesu weltweit ihr Engagement für Klimagerechtigkeit. Unter dem Motto „Jesuits for Climate Justice: Turning Hope into Action“ ruft die globale Kampagne dazu auf, aus Hoffnung konkretes Handeln werden zu lassen. Im Mittelpunkt steht eine klare Botschaft: Klimagerechtigkeit ist soziale Gerechtig­keit.

Bereits zur COP30 im brasilianischen Belém hatten sich Jesuiten und jesuitische Institutionen aus aller Welt gemeinsam für eine sozial gerechte Antwort auf die Klimakrise eingesetzt. Mit Blick auf die COP31 wird dieses Engagement fortgeführt. Neben der politischen Interessenvertretung soll die Kampagne das Bewusstsein für Klimagerechtigkeit innerhalb und außerhalb des weltweiten jesuitischen Netzwerks stärken.

Denn die Folgen der Klimakrise treffen nicht alle Menschen gleichermaßen. Besonders betroffen sind häufig jene Länder und Bevölkerungsgruppen, die vergleichsweise wenig zur Erderwärmung beigetragen haben und gleichzeitig über weniger finanzielle Mittel verfügen, um sich vor ihren Folgen zu schützen und notwendige Anpassungsmaßnahmen zu finanzieren. Klimagerechtigkeit ist deshalb immer auch eine Frage globaler Verantwortung und sozialer Gerechtig­keit.

Forderungen bleiben aktuell

Die zentralen Forderungen der Kampagne sind nicht neu. Bereits im Vorfeld der COP30 setzte sich die Gesellschaft Jesu für eine gerechte Energiewende, eine stärkere finanzielle Unter­stützung besonders betroffener Länder sowie für Ernährungssouveränität und agrarökologische Land­wirt­schaft ein. Ein Jahr später bleiben diese Anliegen aktuell. Für die COP31 werden sie weitergeführt, gebündelt und an die aktuellen klimapolitischen Entwicklungen angepasst.

Im Zentrum stehen drei Forderungen an die internationale Gemeinschaft:

  • Eine gerechte Energiewende
    Für den weltweiten Übergang von fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Energien braucht es einen klaren und sozial gerechten Fahrplan. Dabei darf niemand zurück­gelassen werden. Die Kampagne fordert, historische Verantwortlichkeiten für die Klimakrise anzuerkennen, Menschen­rechte zu schützen und die Natur zu bewahren. Nachhaltige Lebensgrundlagen müssen Vorrang vor Entwicklungsmodellen haben, die in erster Linie auf Profit ausgerichtet sind.
  • Mehr Klimafinanzierung statt neuer Schulden
    Besonders gefährdete Länder benötigen deutlich mehr finanzielle Unter­stützung, um die schweren Folgen der Klimakrise bewältigen zu können. Diese Mittel sollen vor allem als Zuschüsse und nicht in Form neuer Kredite bereitgestellt werden. Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen dürfen durch die Finanzierung von Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen nicht zusätzlich in die Verschuldung gedrängt werden.
  • Nachhaltige und gerechte Ernährungssysteme
    Auch die weltweite Produktion, Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln muss Teil einer sozial gerechten Transformation sein. Die Kampagne fordert klare internationale Ziele für Ernährungssysteme, die auf Ernährungssouveränität und agrarökologischen Prinzipien beruhen. Gefördert werden sollen nachhaltige und an lokale sowie kulturelle Gegebenheiten angepasste Formen der Produktion, Verarbeitung, Verteilung und des Konsums.

Von Brasilien in die Türkei

Die neue Kampagnenphase baut bewusst auf den Erfahrungen der COP30 auf. Jesuitische Provinzen, Bildungseinrichtungen, soziale Einrichtungen und Netzwerke auf allen Kontinenten sind eingeladen, sich zu beteiligen und die Forderungen in ihren jeweiligen Kontext zu tragen.

Begleitet wird die Kampagne von einer internationalen Stellungnahme und einem Policy Brief . Für die Tage der COP31 entsteht zudem ein internationaler Gebetsleitfaden, an dem jesuitische Studierende und junge Lai:innen aus den sechs Jesuitenkonferenzen mitarbeiten. Auch die zur COP30 gestartete Initiative „Letters to the Earth“ wird weitergeführt. Insbesondere Bildungseinrichtungen sind eingeladen, Menschen dazu anzuregen, ihre Sorgen, Hoffnungen und Forderungen angesichts der Klimakrise auszudrücken.

Während der COP31 im November wird eine kleine jesuitische Delegation in der Türkei die Verhandlungen begleiten. Über die internationalen Netzwerke der Gesellschaft Jesu werden aktuelle Entwicklungen, Einschätzungen und Stimmen aus unterschiedlichen Regionen der Welt geteilt.

Das Engagement endet jedoch nicht mit dem Abschluss der Klimakonferenz. Gemeinsam mit den weltweiten jesuitischen Bildungsnetzwerken sollen die Themen sozialökologische Verantwortung und Klimagerechtigkeit auch über die COP31 hinaus in Bildungsarbeit und Bewusstseinsbildung verankert werden.

Die Botschaft bleibt dabei dieselbe: Klimagerechtigkeit ist soziale Gerechtig­keit.

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