– Myanmar

Vom Kämpfer zum Lehrer

Thomas La Wawm wuchs in einer Bürgerkriegsregion im Norden Mynanmars auf – seine Jugend war geprägt von Gewalt und Perspektivlosigkeit. Durch Bildung, Begleitung und Vertrauen fand er zu einem neuen Leben voller Sinn und Verantwortung.

Thomas La Wawm ist 26 Jahre alt und stammt aus Jan Mai Kawng in Myitkyina, im Kachin-Staat im Norden Myanmars. Die Region ist gezeichnet von jahrzehntelangen bewaffneten Konflikten, von Flucht und Perspektivlosigkeit. Als Absolvent des neunmonatigen Teacher Training Course (TTC) – einem gemeinsamen Projekt des Jesuiten-Flücht­lings­dienstes (JRS) und des Diözesanen Komitees für Bildung (DCE-Myitkyina) – übernahm Thomas im Schuljahr 2019/2020 die Leitung der St. Mary Antony Grundschule im Palana-Camp für Binnenvertriebene. 

Was Thomas’ Geschichte so besonders macht: Bevor er den Weg in den Schuldienst fand, war er viele Jahre Teil einer bewaffneten Gruppe. Parallel dazu versuchte er, ein Studium zu absolvieren – eine zerrissene Jugend zwischen Hoffnung und Gewalt. Doch erst mit dem Entschluss, am TTC teilzunehmen, begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt.

Raum für persönliche Entwicklung

Der Weg war nicht einfach. In den ersten Monaten des Kurses fiel er auf durch Alkoholkonsum und Schwierig­keiten im Umgang mit anderen Teilnehmenden. Die Ausbilderinnen und Ausbilder erkannten jedoch bald: Hinter seinem Verhalten verbarg sich eine tiefe innere Zerrissenheit.

Das TTC ist mehr als ein Ort der fachlichen Qualifikation – es ist ein Raum der persönlichen Entwicklung. Eine zentrale Rolle spielte dabei Sr. Rosemary Wong, die Thomas über viele Monate hinweg begleitete, mit ihm sprach, ihn konfrontierte und stärkte. Ihre Geduld und Zuwendung trugen Früchte: Thomas begann, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für andere.

Er wurde zu einem engagierten, hilfsbereiten Teilnehmer, der Mitschülerinnen und Mitschüler motivierte und die Regeln des Zusammenlebens mittrug.

„Mein Sohn ist ein anderer Mensch geworden“

Seine Mutter ist zutiefst dabnkbar: „Mein Sohn ist ein anderer Mensch geworden. Früher wollte er nicht einmal die Kirche betreten. Heute ist er es, der uns jeden Sonntag dorthin einlädt. Er trinkt keinen Alkohol mehr, streitet nicht – er arbeitet hart und mit Hingabe.“
Am Tag der Abschlussfeier saß sie in der ersten Reihe – erfüllt von Stolz und Hoffnung.

Nach dem TTC übernahm Thomas die Verantwortung als Lehrer an der Grundschule im Palana-Camp. Er organisiert den Schulalltag, führt ein kleines Kollegium und engagiert sich darüber hinaus bei außerschulischen Aktivitäten des Community Learning Support Program (CLSP), das gezielt Kinder aus Binnenvertriebenen-Fami­lien unterstützt.

Thomas La Wawm ist einer von vielen jungen Menschen, deren Leben durch Bildung und Begleitung eine neue Richtung gefunden hat. Seine Geschichte ist Zeugnis dafür, was möglich wird, wenn Menschen nicht aufgegeben, wenn sie gesehen und begleitet werden – mit Geduld, Glaube und der Kraft der Gemeinschaft.

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