Stipendium für mehr Gerechtig­keit

Widerrechtliche Abholzung, Brandrodung, zerstörte Lebensräume – und die brasilianische Justiz sieht zu. Um das zu ändern, unterstützt das Amazonien-Projekt „Militância Jurídica“ Menschen­rechtsaktivist:innen im Auswahlverfahren für ein Jura-Studium.

Projekt X74611 Menschen­rechte Brasilien

Ort:
Manaus, Brasilien

Partner:
SARES

Zielgruppe:

Stipendien ermöglichen Personen aus marginalisierten Bevölkerungsschichten, sich im Anschluss an das Jura-Studium für die Zulassungsprüfung zum Staatsdienst vorzubereiten. Sie ebnet nach einer intensiven sechsmonatigen Vorbereitungszeit den Weg für eine Position im öffentlichen Amt, damit die Stipendiat:innen die Interessen und Rechte ihrer Landsleute verteidigen können.

So hilft Ihre Spende:

Mit 50 € unterstützen sie den Kauf von Büchern und Studienmaterial für einen Monat, 300€ decken die Kursgebühren für einen Studierenden ab. Mit 500 € finanzieren Sie Flugtickets sowie die Übernachtung zur Teilnahme an den Prüfungen.

Staatsdienst als Statussymbol der Elite

Das Studium des Rechts ist in Brasilien aufgrund der hohen Gebühren im Wesentlichen der Elite vorbehalten. Diese verteidigen auch die damit verbundenen Einnahmequellen und nur wenige beteiligen sich aufrichtig am Kampf für die Verteidigung der Menschen­rechte. Insbesondere die Zulassungsprüfung zum Staatsdienst stellt nach dem Studium eine große Hürde dar, weil für die sechsmonatige intensive Vorbereitungszeit die finanziellen Ressourcen fehlen. Angehörige der marginalisierten Bevölkerungsschichten haben kaum Chancen, als Staatsanwälte, Richter oder in öffentlichen Funktionen zu wirken und die Lebensrealität und Interessen der Armen zu verteidigen.

Finanzielle Hürden durchbrechen

Dafür hat die jesuitische Organisation SARES (Amazonas-Dienst für Aktion, Reflexion und sozio-ökologische Bildung) das Projekt „Militância Jurídica“ ins Leben gerufen. Stipendien helfen ärmeren Student:innen, einen Teil der finanziellen Hürden zu überwinden, die ihnen das Studium sonst unmöglich machen würden, und ebnen den Weg für eine Anstellung im öffentlichen Dienst, wo sie später rechtliche Schritte gegen Menschen­rechts­ver­letzungen initiieren können. Im Gegenzug verpflichten sich die Stipendiat:innen zu ehrenamtlichem Einsatz und sozialem Engagement bei Menschen­rechtsorganisationen. „Militância Jurídica“ besteht aus einem Team von Beamten, Juristinnen und Studenten. Sie helfen mit umfassenden Rechtskenntnissen, einem professionellen Auftreten in der Öffentlichkeit und vor allemdurch die Ausübung wirksamer öffentlicher Ämter.

Grobe Menschen­rechts­ver­letzungen

Gerade in Zeiten, in denen die Rechte der Ureinwohner mit Angriffen auf ihren Lebensraum immer weiter beschnitten werden, ist der Einsatz von Militância Jurídica so wichtig. Mit der Pandemie hat sich die Menschen­rechtssituation in Brasilien noch verschärft. Im Sommer haben zahlreiche Waldbrände gewütet, viele davon sind Folge illegaler Brandrodungen, die vermehrt stattfinden. Auch sonst haben die Verteidiger:innen von Menschen­rechten einen schweren Stand in Brasilien, bedenkt man das rigorose Vorgehen des Präsidenten Jair Bolsonaro gegenüberden Indigenen. Sie haben kaum Zugang zu Medizin, Hygieneartikeln und grundlegender medizinischer Versorgung.

In diesen Situationen braucht es den Kampf von innen heraus, den die Initiative “Militância Jurídica” organisiert. Ihre Mitglieder stammen aus sozialen Bewegungen und sind normale Bürgerinnen und Bürger und organisieren sich als Keimzelle des Widerstands, indem sie Räume in der Anwaltschaft, in den Ministerien, in den Büros der Pflichtverteidiger, bei der Polizei und in der Justiz besetzen. „Wenn einflussreiche Positionen von Menschen besetzt werden, die sich für die Menschenrechte einsetzen, werden sie zu Instrumenten für die Verwirklichung und Verteidigung der Frauen und Männer, denen in diesem Land Unrecht widerfahren ist“, so Menschenrechtsanwältin Marcia Días, die im Rahmen des Pilotprojekts ein Stipendium erhalten hat. Jetzt sollen weitere Stipendien folgen, die Mittel für Studienmaterial, Kursgebühren, Flugtickets zur Teilnahme an den Prüfungen, Übernachtungen sowie Bedürfnisse des täglichen Lebens für die Stipendiat:innen und ihre Familien ermöglichen.

Ihre Spende hilft

Jetzt online spenden

MENSCHEN FÜR ANDERE
X20010 freie Spende

Erste Bank
IBAN:AT94 2011 1822 5344 0000
BIC:GIBAATWWXXX

Ihre Spende ist gemäß § 4a Abs 2 Z3
lit a bis c EStG steuerlich absetzbar.
ZVR Zahl 530615772 / SO 1345